Weltklimarat IPCC

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Der globale Klimawandel ist ein sehr komplexes Problemfeld, in dem ein rasches und entschiedenes Handeln der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft erforderlich ist. Dafür benötigen sie fundierte und möglichst objektive Informationen über die Ursachen von Klimaänderungen, ihren Folgen sowie aussichtsreiche Möglichkeiten zur Begrenzung des Klimawandels und zur Anpassung an nicht mehr vermeidbare Folgen dieses Prozesses. Deshalb haben die Weltorganisation für Meteorologie WMO und das UN-Umweltprogramm UNEP 1988 den Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderung (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) gegründet. In Deutschland wird IPCC häufig als Weltklimarat bezeichnet.

Alle WMO- und UNEP-Mitgliedsstaaten können am IPCC mitwirken. Die Regierungen von mittlerweile 194 Ländern nehmen an den jährlichen IPCC-Vollversammlungen teil, auf denen Beschlüsse über das Arbeitsprogramm gefasst und Berichte verabschiedet werden. Außerdem werden hier der Vorsitzende und der Vorstand gewählt. Die Regierungen sind außerdem an der Begutachtung der IPCC-Berichte beteiligt. Koordiniert wird die gesamte Arbeit durch das IPCC-Sekretariat in Genf.

Mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet

Der Weltklimarat IPCC betreibt keine eigenen wissenschaftlichen Forschungsarbeiten und erhebt nicht selbst Klimadaten. Seine Aufgabe besteht darin, die aktuelle wissenschaftliche, technische und sozioökonomische Literatur, die weltweit zu Klimathemen veröffentlicht wird, umfassend, objektiv, offen und transparent zusammenzutragen und zu bewerten. Diese Literatur ist in den letzten Jahren so umfangreich und vielfältig geworden, dass kein einzelner Wissenschaftler und kein einzelnes Institut den Überblick bewahren und die Ergebnisse auswerten könnten. Dies leisten die IPCC-Berichte.

Diese Berichte sollen möglichst politisch neutral sein, hohen wissenschaftlichen und technischen Maßstäben entsprechen und eine Vielzahl an Auffassungen und Fachkenntnissen sowie eine breite geographische Verteilung widerspiegeln. Hunderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachgebiete aus der ganzen Welt wirken als Autoren und Gutachter an der IPCC-Arbeit mit. 2007 wurde IPCC mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Die Bündelung der Erkenntnisse in umfangreichen Berichten

Neben verschiedenen Berichten zu Einzelthemen erscheinen alle fünf bis sechs Jahre umfangreiche „Sachstandsberichte“. Der letzte dieser Berichte wurde 2013/14 veröffentlicht, einen Überblick finden Sie in einem Beitrag auf diesem Portal. Die Sachstandsberichte werden von Autoren-Teams mit zahlreichen Fachleuten aus über 100 Ländern erarbeitet und durch Leitautoren koordiniert. Es fließen vor allem wissenschaftlich anerkannte Studien und Aufsätze in die Berichte ein, in manchen Fällen auch „graue Literatur“, also zum Beispiel Berichte von Umweltschutzorganisationen.

Die einzelnen Textabschnitte für die Sachstandsberichte werden in einem aufwendigen Prozess von Fachleuten begutachtet. Dies schließt einzelne Fehler nicht aus, wie sich beim Sachstandbericht 2007 zeigte. Diese Fehler lösten 2009 eine kontroverse öffentliche Debatte über die IPCC-Arbeit aus, an der sich auch sogenannte „Klimaskeptiker“ beteiligten, die den globalen Klimawandel bezweifeln oder den menschlichen Anteil an dessen Ursachen für gering halten. Auf Initiative von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon machte eine Expertengruppe 2011 detaillierte Vorschläge für eine noch zuverlässigere Vorbereitung der Berichte, Veränderungen in der Arbeit des IPCC-Sekretariats und die Einsetzung eines Exekutivkomitees. Diese Reformen werden nun umgesetzt (vgl. den Beitrag „Weltklimarat IPCC debattiert über seine Arbeitsweise“ vom 2.3.2015 auf diesem Portal) und sollen dazu führen, dass die nächsten Sachstandsberichte noch fundierter die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammenfassen und bewerten.

Ablaufplan für die Erstellung von Sachstandsberichten der IPCC
Ablaufplanung IPCC-Sachstandsbericht (Klicken zum Vergrößern)

Die IPCC-Arbeit wird in drei Arbeitsgruppen gebündelt, die von jeweils zwei Ko-Vorsitzenden geleitet werden. Arbeitsgruppe 1 befasst sich mit den "Wissenschaftlichen Grundlagen von Klimaänderung", Arbeitsgruppe 2 mit "Auswirkungen, Anpassung und Verwundbarkeiten" und Arbeitsgruppe 3 mit der "Verminderung des Klimawandels". Das Hauptziel der zusätzlich eingerichteten „Projektgruppe für nationale Treibhausgasinventare“ besteht in der Entwicklung und Verfeinerung von Methoden zu Berechnung und Berichterstattung nationaler klimaschädlicher Emissionen.

Die Koordinierung des deutschen IPCC-Engagements

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Bundesumweltministerium haben 1998 die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn eingerichtet. Die Koordinierungsstelle leistet Zuarbeit in IPCC-Angelegenheiten für die beiden Ministerien, unterrichtet die deutsche Wissenschaft und die Öffentlichkeit kontinuierlich über die IPCC-Arbeit und unterstützt die deutschen Expertinnen und Experten, die an der IPCC-Arbeit beteiligt sind.

Auf der Website der Deutschen IPCC-Koordinierungsstelle finden Sie u. a. Kompaktinformationen  über IPCC. Außerdem können hier deutsche und englische Zusammenfassungen des Fünften IPCC-Sachstandsberichtes heruntergeladen werden.

(Quelle der Abbildung: Angepasst und übersetzt von der Deutschen IPCC-Koordinierungsstelle nach IPCC, http://www.ipcc.ch)