UNFCCC - United Nations Framework Convention on Climate Change

Seit Ende der 1980er Jahren ist international das Bewusstsein dafür gewachsen, welche katastrophalen Folgen der globale Klimawandel hat und in Zukunft noch haben wird. Seither wird international und in vielen Ländern versucht, den Klimawandel zu begrenzen und mit den Folgen des nicht mehr zu vermeidenden Klimawandels fertig zu werden. 1992 wurde bei der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro/Brasilien das „Rahmenabkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen“ verabschiedet. Nach seiner englischen Bezeichnung „United Nations Framework Convention on Climate Change“ wird das Abkommen UNFCCC abgekürzt. Das Abkommen trat 1994 in Kraft und wurde inzwischen von 193 Regierungen sowie die Europäische Union ratifiziert. Wichtigstes Ziel des Abkommens ist es, die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre auf einem Niveau zu stabilisieren, das eine gefährliche Störung des globalen Klimasystems verhindert.

1995 wurde ein UNFCCC-Sekretariat (oft UN-Klimasekretariat genannt) eingerichtet, das seinen Sitz in Bonn hat. Es bereitet u.a. Tagungen und Konferenzen vor und organisiert sie, fördert den Informationsaustausch und Technologietransfer und koordiniert die Überprüfung der Verpflichtungen, die die Unterzeichnerstaaten eingegangen sind. Gegenwärtig ist Christina Figueres UNFCCC-Exekutivsekretärin. Präsidentin oder Präsident ist in der Regel ein Minister aus dem Land, in dem die letzte UN-Klimakonferenz stattgefunden hat.   

Verpflichtungen der Mitgliedsstaaten

Die UNFCCC-Unterzeichnerstaaten haben sich verpflichtet, regelmäßig Berichte über die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in ihrem jeweiligen Land zu erstellen und vorzulegen. Außerdem sind sie die Verpflichtung eingegangen, nationale Programme zur Abschwächung des Klimawandels zu verabschieden und Konzepte zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu entwickeln. Daneben enthält das Abkommen u.a. die Verpflichtungen zum Technologietransfer sowie zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern, Meeren und anderen Speichern von Treibhausgasen. Zur Finanzierung von Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel sowie für andere ökologische Vorhaben stehen Gelder aus der "Globalen Umweltfazilität" zur Verfügung. Die Durchführung dieses Programms liegt bei Weltbank, UN-Entwicklungsprogramm UNDP und UN-Umweltprogramm UNEP.

Fünf Jahre nach der Verabschiedung der UNFCCC-Vereinbarung wurde deutlich, dass weitere verbindliche international abgestimmte Maßnahmen erforderlich waren, um den Klimaschutz voranzubringen. Deshalb wurde 1997 das Kyoto-Protokoll zur Klimarahmenkonvention verabschiedet. Darin verpflichten sich Industriestaaten rechtsverbindlich zur Reduzierung ihrer Emissionen um insgesamt 5% bis 2012. Es wurde also vereinbart, dass die Staaten etwas für den Klimaschutz tun müssen, die den Klimawandel verursacht haben. Weitere Informationen zum Kyoto-Protokoll finden Sie hier.

Globale Klimaverhandlungen

International bestand die Hoffnung, ein neues internationales Klimaschutzabkommen zu vereinbaren, bis das Kyoto-Protokoll Ende 2012 auslief. Aber diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Deshalb wurde das Kyoto-Protokoll bei der UN-Klimakonferenz 2012 in Doha bis 2020 verlängert. Bis dahin soll ein neues Klimaschutzabkommen vereinbart sein und in Kraft treten. Hierbei haben die Konferenzen (Conference of the Parties – COP) im Rahmen des Klima-Rahmenübereinkommens eine zentrale Bedeutung. Bei den jährlichen Vertragsstaatenkonferenzen treffen sich jeweils mehrere Tausend Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und Medien. Bisher ist es bei diesen Treffen, die auch als UN-Klimakonferenzen bezeichnet werden, nicht gelungen, sich auf den Text eines neuen internationalen Klimaabkommens zu verständigen.

Neben den Vertragsstaatenkonferenzen gibt es zwei UNFCCC-Fachorgane, die sich mit wissenschaftlichen und technischen Fragen sowie Fragen der Umsetzung des Vertrages beschäftigen. Daneben bestehen kleinere Expertengruppen, z.B. zu den besonderen Problemen der am wenigsten entwickelten Länder. Mehr Informationen zu den internationalen Klimaverhandlungen finden sie in der UN-Basis-Information 48 „Klimaschutz und Vereinte Nationen“ der DGVN.

Mehr Informationen über das UN-Klimaengagement finden Sie auf der UNFCCC-Website. Dort finden Sie auch eine Zeitleiste zu den Klimaverhandlungen der letzten 20 Jahre und deren Ergebnisse.

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