IEA – Internationale Energieagentur

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Die Internationale Energieagentur (IEA) wurde 1974 als Reaktion von Industrieländern auf die Ölkrise gegründet. IEA ist eine selbstständige Organisation innerhalb der OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development, Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und hat mittlerweile 29 Mitgliedsländer. Befasste sich die Agentur zunächst vor allem mit Fragen einer gesicherten Ölversorgung der Industrieländer, so sind die Aufgaben inzwischen stark ausgeweitet worden.

Schwerpunkte sind die Förderung der Vielfalt, Effizienz und Flexibilität innerhalb der Energiesektoren, Sicherstellung einer stabilen Energieversorgung in den Mitgliedsländern, Förderung freier Märkte zur Förderung von wirtschaftlichem Wachstum und zur Vermeidung von Energieknappheit, Verbreitung von internationalem Wissen zu den Optionen beim Umgang mit dem Klimawandel sowie enge Zusammenarbeit mit Nichtmitgliedsländern, um gemeinsame Lösungen für Energie- und Umweltanliegen zu finden. Sitz des IEA-Sekretariats ist Paris. 

Die wichtigste IEA-Veröffentlichung ist der jährliche „World Energy Outlook“. Dieser Bericht enthält detaillierte Daten, Analysen und Prognosen zu Energieerzeugung und Energieverbrauch. Lag früher der Schwerpunkt der Betrachtung eindeutig auf fossilen Energiequellen wie Kohle und Öl, finden inzwischen auch nachhaltige Energiequellen wie die Solar- und die Windenergie mehr Berücksichtigung. Interessant sind jedes Jahr die Daten über die weltweite Subventionierung der fossilen Energieerzeugung und die (sehr viel geringere) Förderung erneuerbarer Energie. Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes kommt seit einigen Jahren in der IEA-Arbeit eine größere Bedeutung zu. 

Vier große dampfende Kühlwassertürme sind in der Ferne zu erkennen
In vielen Ländern, wie hier in Südafrika, wird der größte Teil der Elektrizität von Kohlekraftwerken erzeugt. Das schadet Umwelt und Klima. Die Internationale Energieagentur steht vor der Aufgabe, einen substanziellen Beitrag zum Übergang zu einer klimafreundlicheren Energieerzeugung zu leisten. Foto: UN Photo/Gill Fickling

Klimaschutz und internationales Engagement

Die Agentur setzt sich in ihren Stellungnahmen und Publikationen dafür ein, die Energiewirtschaft auf weltweiter Ebene so umzugestalten, dass sie wesentlich dazu beiträgt, den globalen Temperaturanstieg auf 2 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Die IEA plädiert für verlässliche politische Rahmenbedingungen für Investitionen in einen nachhaltig arbeitenden Energiesektor. Großes Gewicht legt man auf technologische Fortschritte etwa zur Erhöhung der Energieeffizienz, Marktanreize und Regulierungsmaßnahmen. Die Organisation beschäftigt sich auch mit den Möglichkeiten der CO2-Speicherung im Boden, um den Klimawandel zu bremsen.

Da 90 Prozent des Zuwachses von Energiebedarf und CO2-Emissionen in Zukunft außerhalb der IEA-Mitgliedschaft entstehen werden, gewinnt die Beratung und Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern bei einer klimafreundlichen Energieproduktion ein größeres Gewicht in der IEA-Arbeit. 2013 wurde mit sechs Schwellenländern eine gemeinsame Assoziierungserklärung formuliert, die das Interesse an einer noch engeren multilateralen Zusammenarbeit zum Ausdruck bringt. 

Zu den Instrumenten der Kooperation mit Schwellen- und Entwicklungsländern gehören Seminare, Ausbildungsprogramme und gemeinsame Studien zur zukünftigen Ausrichtung der Energiewirtschaft einzelner Länder. Zu erwähnen sind auch Programme zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit beim Einsatz umwelt- und klimafreundlicher Technologien.

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