Weltorganisation für Meteorologie (WMO)

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Wetter- und Klimainformationen und -vorhersagen können Leben retten. Und sie sind angesichts des globalen Klimawandels mit einer wachsenden Zahl von Extremwetterereignissen noch wichtiger als früher. Deshalb findet die Arbeit der „Weltorganisation für Meteorologie“ (World Meteorological Organization – WMO) vermehrte Beachtung. Die WMO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, der gegenwärtig 189 Staaten angehören. Sitz des Sekretariats der 1950 gegründeten Organisation ist Genf. Die alle vier Jahre stattfindenden Kongresse sind das höchste Beschlussorgan der WMO. Generalsekretär der Organisation ist Michel Jarraud.

Zu den Aufgaben der WMO gehört es, den Ausbau des weltweiten Netzwerkes von Wetterstationen und den Austausch von Wetter- und Klimainformationen zu fördern. Im Rahmen des weltweiten Wetterbeobachtungsprogramms (World Weather Watch Programme) arbeiten mehr als 10.000 Wetterstationen zusammen. Wichtige Voraussetzung dafür ist die Standardisierung von meteorologischen Beobachtungen und eine Qualifizierung der Forschung und Ausbildung in der Meteorologie. Die WMO befasst sich außerdem u.a. mit Fragen der Anwendung meteorologischer Informationen und Erkenntnisse in Bereichen wie der Landwirtschaft und der Schifffahrt sowie mit hydrologischen Themen.

Weltklimakonferenzen als globale Foren der Klimaforschung und praktischen Zusammenarbeit

Die Weltklimakonferenzen der WMO bringen jeweils mehrere Tausend Wetter- und Klimafachleute aus aller Welt zusammen und ermöglichen eine stärkere Vernetzung der Forschung und der Wetter- und Klimabeobachtung. Die beiden ersten Weltklimakonferenzen der WMO 1979 und 1990 in Genf gelten als Meilensteine internationaler Klimaforschung und ebneten den Weg für die Gründung des Weltklimarates IPCC und für die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen UNFCCC. Die dritte Weltklimakonferenz fand 2009 drei Monate vor der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen statt und sollte die wissenschaftliche Zusammenarbeit in der Klimaforschung und die Schaffung von wissenschaftlichen Grundlagen für nationale und regionale Anpassungskonzepte fördern.

Sie hatte das Thema „Bessere Klimainformationen für eine bessere Zukunft“. Bei dieser dritten Klimakonferenz wurde u.a. deutlich, wie wichtig präzise und rechtzeitig verfügbare Informationen im Umgang mit den Folgen des Klimawandels sind und zwar sowohl für die politische und entwicklungspolitische Entscheidungsfindung als auch für die lokale Bevölkerung.

Die Lücken in der Klimaforschung und -beobachtung schließen

Der 16. WMO-Kongress vom 16. Mai bis 3. Juni 2011 in Genf plante dann konkret, wie die Ergebnisse der Weltklimakonferenz in der Praxis umgesetzt werden können. In den kommenden Jahren soll versucht werden, überall auf der Welt mehr Informationen über den Klimawandel bereitzustellen und verständlich zu vermitteln. Hierfür wurde auf dem Kongress ein „Globales Rahmenwerk für Klima-Dienstleistungen“ verabschiedet. Es soll vor allem den am wenigsten entwickelten Ländern und den kleinen Inselstaaten der Welt helfen, das Klima genauer zu beobachten, Risiken durch den Klimawandel zu erkennen und rechtzeitig vor extremen Wetterereignissen zu warnen. 70 Länder verfügen bisher über keine oder nur sehr unzureichende Klimadaten. Diese Länder benötigen ebenso die hierfür erforderliche Technologie wie eine Unterstützung bei der Ausbildung von Fachpersonal und beim Aufbau von landesweiten Informationsnetzen.

Wetterinformationen müssen sowohl die Entscheidungsträger als auch die lokale Bevölkerung rasch und zuverlässig erreichen. Ein großer Teil der Gelder, die für die Umsetzung des Globalen Rahmenwerks zur Verfügung stehen, dienen dazu, diese Lücken im globalen Netzwerk der Erfassung von klimarelevanten Daten zu schließen. Davon profitieren alle Länder, weil in Zukunft umfassendere Daten zur Verfügung stehen werden.

Die WMO entwickelt in seiner Forschungsarbeit u.a. computergestützte Klimamodelle und übernimmt wichtige Aufgaben bei der internationalen Koordination der Klimaforschung.

Mehr Daten erfassen und auswerten

Zu den WMO-Initiativen gehört der Aufbau weltweiter Beobachtungs-Netzwerke und -Systeme. Mit ihrer Hilfe werden viele Millionen Daten zu Wetter, Klima und Wasser aus allen Teilen der Welt zusammengetragen und ausgewertet. Hierfür werden neueste Telekommunikations- und Computersysteme eingesetzt. So soll es möglich werden, komplexe Wetter- und Klimaprozesse besser zu verstehen und Risiken frühzeitig zu erkennen.

Zu den Herausforderungen für die WMO gehört auch eine intensivere Beobachtung der Konzentration von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in verschiedenen Weltregionen und in unterschiedlichen Höhen. Deshalb sei es umso wichtiger, die Zahl der Beobachtungspunkte auf der Erde zu verzehnfachen und die Beobachtung in verschieden hohen Luftschichten zu intensivieren.

Fakten, Daten, Analysen und Bewertungen zum globalen Klimawandel hat die WMO in der Broschüre „WMO statement on the status of the global climate in 2014“ zusammengefasst.

Nicht nur auf Katastrophen reagieren

Eine zunehmend wichtige Aufgabe der WMO besteht darin sicherzustellen, dass Erkenntnisse der Klimaforschung dafür genutzt werden können, das Katastrophenrisikomanagement zu verbessern. Um von einem reaktiven Verhalten zu einer Prävention und Vorbereitung auf Katastrophen zu kommen, ist ein sehr viel besseres Verständnis lokaler Klimaprozesse und zu erwartender Klimaextreme erforderlich. Klimavorhersagen gehen über ein akutes Frühwarnsystem hinaus und ermöglichen es, sich bei längerfristigen Planungen auf absehbare Auswirkungen der Klimaveränderungen einzustellen. Solche Klimainformationen als Grundlage für Anpassungsmaßnahmen sind besonders für verletzliche Regionen in Afrika, für die großen Flussdeltas in Asien sowie für kleine Inseln erforderlich.

Zu den vielen Einzelfragen, mit denen sich die WMO beschäftigt, gehören die Auswirkungen der Klimaveränderungen auf die Gesundheit, die Energieversorgung, den Zugang zu Wasser, den Tourismus, die biologische Vielfalt und die Landwirtschaft. Bei der gesamten WMO-Arbeit soll versucht werden, Genderfragen bei der Forschung und deren Umsetzung im Blick zu haben und lokale Gemeinschaften mit ihrem historischen Wissen in die Forschung und die Planung von Anpassungsmaßnahmen einzubeziehen.

Weitere Informationen über die Arbeit der Weltorganisation für Meteorologie finden Sie (auf Englisch) auf der Website der WMO.