Wasserübernutzung – Zu hoher Wasserverbrauch schädigt in vielen Einzugsgebieten die Umwelt
In vielen Einzugsgebieten der Welt hat die Wassernutzung die Grenzen der Nachhaltigkeit bereits überschritten. Wo mehr Wasser verbraucht wird als verfügbar ist, schwinden die natürlichen Wasservorräte der Flüsse und Seen und der Grundwasserspiegel sinkt. Die Zerstörung von Ökosystemen, Umweltprobleme und Wasserknappheit sind die Folgen. Vor allem in armen Ländern gefährdet die Wasserübernutzung die Lebensgrundlage vieler Menschen. Im Jemen zum Beispiel müssen Bauern ihre Brunnen immer tiefer graben, da das Grundwasser stetig zurückgeht. Das Wasser, das sie dringend für die Landwirtschaft benötigen, wird gleichzeitig immer knapper.  Rund 1,4 Milliarden Menschen leben bereits in übernutzten Wassereinzugsgebieten, die sich auf 15 Prozent der weltweiten Landfläche erstrecken. Zur Wasserübernutzung kommt es dort, wo  Verstädterung und industrielle Entwicklung schnell voranschreiten. Besonders betroffen sind aber Regionen, die auf intensive Bewässerungslandwirtschaft angewiesen sind, wie die Indus-Ganges-Ebene in Südasien, die Nordchinesische Tiefebene oder die High Plains in Nordamerika. Im australischen Murray-Darling Becken werden 80 Prozent des verfügbaren Wassers für den Anbau insbesondere von Reis, Zucker und Baumwolle eingesetzt. Zu wenig Wasser bleibt für die Umwelt zurück – das führt zu Umweltschäden, Versalzung, Verschmutzung, dem Verlust von Feuchtgebieten und Wasserknappheit. Im Umgang mit Wasserproblemen fehlt es in armen Ländern meist an wirtschaftlichen Mitteln und Möglichkeiten, diese zu bewältigen. So müssen Millionen von Kleinbauern, Landarbeitern und Viehhaltern mitansehen, wie das verfügbare Wasser weiter abnimmt und die Umwelt zunehmend zerstört wird. 

Bildnachweise:
Bild links: Ausgetrockneter Boden in der Nähe von Manatuto, Timor-Leste. Foto: Martine Perret/UNMIT
Bild mitte: Frauen tragen Wasserkanister in Ruanda. Foto: UNAMID - Olivier Chassot
Bild rechts: Anstehen um Wasser in Dhaka, Bangladesch. Foto: Kibae Park/Sipa Press

>> Diese Tafel schließen
Einleitung schließen
Wasserknappheitsindikator in großen Einzugsgebieten.
Die Grafik zeigt die weltweiten Krisenherde der Wasserübernutzung. Die Skala des Internationalen Instituts für Wassermanagement klassifiziert Länder nach der Nachhaltigkeit ihres Wasserverbrauchs und berücksichtigt auch den Wasserbedarf von Ökosystemen. Der Indikator gibt das Verhältnis der Wasserentnahme zum durchschnittlichen jährlichen Wasserabfluss – abzüglich des Wasserbedarfs der Ökosysteme – wider. Ein Wert von über 1 bedeutet Wasserknappheit. Ab einem Wert von 0,6 besteht Wasserstress.

Quellen:

United Nations Development Programme: Challenges to Human Security in the Arab World. Arab Human Development Report 2009.
United Nations Development Programme: Nicht nur eine Frage der Knappheit:
Macht, Armut und die globale Wasserkrise. Bericht über die menschliche
Entwicklung 2006.

Gestaltung: Dieter Düvelmeyer, duevelmeyer.com
Text, Recherche: Tina Schmidt
Redaktion: Uli Keller, DGVN

Die Grafik wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

>> Diese Tafel schließen
Infos schließen