Globale Wassernutzung: Kluft zwischen Welten
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Entsprechende Kanistermenge:
Täglicher Durschnittsverbrauch:
25 Liter Wasserkanister – in etwa die Mindestmenge für den täglichen persönlichen Bedarf.
Mit der wachsenden Weltbevölkerung nimmt das pro Kopf verfügbare Wasser immer weiter ab und führt in einigen Regionen zu Wasserknappheit. Beim weltweiten Wasserverbrauch besteht eine erhebliche Kluft zwischen reichen und armen Ländern: 2002 wurden in den USA täglich im Schnitt 4.500 Liter und in Deutschland rund 1.300 Liter pro Kopf verbraucht. In Ruanda waren es dagegen lediglich 47 und in Uganda 35 Liter. Die Zahlen geben den gesamten Wasserverbrauch wieder, der neben der direkten Nutzung durch die Bevölkerung auch die Wassermengen für Industrie und Landwirtschaft einschließt.

70 Prozent des globalen Wasserverbrauchs gehen auf die Landwirtschaft zurück, 22 Prozent entfallen auf die Industrie und nur acht Prozent auf den häuslichen Gebrauch. Für die Nahrungsmittelproduktion wird 70-mal so viel Wasser benötigt wie für den Verbrauch im Haushalt, also für Essenszubereitung, Trinken und Hygiene. Allein die Herstellung eines Hamburgers verschlingt im Verlauf der Produktionskette 11.000 Liter Wasser – diese Menge haben 500 Slumbewohner in einem Entwicklungsland an einem ganzen Tag zur Verfügung.

Weltweit haben fast 900 Millionen Menschen überhaupt keinen Zugang zu sauberem Wasser. Vor allem in Afrika südlich der Sahara sowie in armen Regionen Süd- und Ostasiens verfügen viele Menschen nicht über den täglichen Mindestbedarf von 20 bis 50 Litern, sondern über nur fünf Liter. Das ist ein Zehntel der Wassermenge, die in reichen Ländern jeden Tag für die Toilettenspülung verwendet wird. Während eine umfassende Wasserversorgung für uns selbstverständlich ist, sterben in Entwicklungsländern jährlich 2,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren an den Folgen von verschmutztem Wasser, mangelnder Sanitärversorgung und Hygiene.

Auch innerhalb der Länder ist Wasser ungleich verteilt. Mit dem durchschnittlichen täglichen Wasserverbrauch pro Kopf kann daher nicht der tatsächliche Wasserverbrauch in der Bevölkerung erfasst werden. Erkennbar ist aber eine eindeutige Tendenz, wonach es in erster Linie reiche Länder sind, die viel Wasser verbrauchen, während die Menschen in zahlreichen armen Ländern unter Wassermangel leiden – obwohl global gesehen ausreichend Wasser für alle vorhanden ist.

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blauer 25l.-Kanister

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Durchschnittlicher täglicher Wasserverbrauch pro Kopf 2002 in ausgewählten Ländern. Erfasst ist die gesamte entnommene Wassermenge für den städtischen, landwirtschaftlichen sowie den industriellen Verbrauch.

Hinweis
Um die Vergleichbarkeit der Wassermengen zu gewährleisten, wurde auf Daten aus dem Jahr 2002 zurückgegriffen, da für einige Länder keine aktuelleren Daten vorliegen.

Quellen
FAO Aquastat Database
UNESCO / UN-Water 2009: United Nations World Water Development Report No. 3: Water in a Changing World (Link)
United Nations Development Programme: Nicht nur eine Frage der Knappheit: Macht, Armut und die globale Wasserkrise. Bericht über die menschliche Entwicklung 2006. UN-Water (Link)
WHO / UNICEF Joint Monitoring Programme (JMP) for Water Supply and Sanitation 2010: Progress on Sanitation an Drinking-Water. 2010 Update (Link)
WHO / UN-Water: Global Annual Assessment of Sanitation and Drinking-Water 2010 (Link)

Gestaltung: Dieter Düvelmeyer, duevelmeyer.com
Text, Recherche: Tina Schmidt
Redaktion: Uli Keller, DGVN

Die Grafik wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erstellt.

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