Der Klimawandel wird die Wasserabflüsse
in vielen Ländern drastisch senken

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Veränderung des Wasserabflusses bis zum Jahr 2050 in Prozent im Vergleich zum Durchschnitt von 1961-1990 auf der Grundlage von IPCC-Szenario A1. Das Szenario A1 des Intergovernmental Panel on Climate Change geht von einer zukünftigen Welt mit starkem Wirtschaftswachstum und einem Anstieg der Weltbevölkerung bis 2050 aus. 

Quellen:
Arnell, Nigel W. 2004: Climate change and global water resources: SRES emissions and socio-economic scenarios, Global Environmental Change 14/2004.
Hoff, Holger; Kundzewicz, Zbigniew W. 2006: Süßwasservorräte und Klimawandel. Aus Politik und Zeitgeschichte 25/2006. (Link)
United Nations Development Programme: Nicht nur eine Frage der Knappheit: Macht, Armut und die globale Wasserkrise. Bericht über die menschliche Entwicklung 2006.

Gestaltung: Dieter Düvelmeyer, duevelmeyer.com
Text, Recherche: Tina Schmidt
Redaktion: Uli Keller, DGVN

Die Grafik wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

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Rettungskräfte nehmen Flutopfer in ein Schlauchboot auf
 Zhongshan-Brücke in Lanzhou, Provinz Gansu, China; erbaut 1909
Ganges bei Kaudi
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Durch den Klimawandel werden sich die Wasserabflüsse verändern – in vielen Teilen der Erde werden sie anschwellen, anderswo stark abnehmen. Die Abflüsse haben wesentlichen Einfluss auf die Verfügbarkeit von Wasser. Als Teil des Wasserkreislaufs speisen sie Flüsse, Seen oder das Grundwasser. Infolge der Erderwärmung wird sich der Wasserkreislauf angesichts der zunehmenden Verdunstung und Niederschläge intensivieren. Die Folge: Extreme Wetterereignisse, darunter Überschwemmungen und Dürren, treten vermehrt auf und treffen besonders Menschen in armen Ländern, wo Frühwarnsysteme fehlen und schon heute Hunger und Armut herrschen.

Wichtige Wasserspeicher wie Böden und Gletscher werden ihre Funktion aufgrund von Bodenerosion und dem Schmelzen der Gletscher nicht mehr hinreichend ausüben können. So speichern zum Beispiel die Himalaja-Gletscher riesige Wassermengen, die sie bei wärmeren Temperaturen als Wasserabflüsse abgeben. Das Wasser von sieben der weltweit größten Flüsse stammt aus diesen Gletschern, die so zwei Milliarden Menschen versorgen. Mit der Erderwärmung werden Überschwemmungen im Frühjahr und Trockenheit im Sommer häufiger.

Im Süden und Osten Asiens werden verstärkte Abflüsse nur während der Regenzeit auftreten, nicht aber während der Trockenzeiten. Bis 2050 werden die Wasserabflüsse vor allem in armen Ländern um 30 Prozent zurückgehen. Betroffen sind Teile Afrikas, der Nahe Osten sowie Mittel- und Südamerika. Mit dem Rückgang der Wasserabflüsse und dem gleichzeitigen Anstieg der Bevölkerung wird das Wasser in den kommenden Jahren vielerorts knapp. Landwirtschaftliche Erträge bleiben aufgrund von Trockenzeiten aus und gefährden so die Nahrungsversorgung. Eine Abnahme der Wasserabflüsse wird ebenfalls in Europa sowie Teilen Nordamerikas und Australiens prognostiziert.

Bildnachweise:
Bild links: Ganges bei Rishikesh, Uttarakhand in Indien. Foto: Chakumar,
en.wikipedia.org
Bild mitte: Zhongshan-Bridge am Gelben Fluss in Lanzhou, Gansu Province in
China. Foto: Sigismund von Dobschütz, de.wikipedia.org
Bild rechts: Flutkatastrophe am Kosi Fluss in der indischen Region Bihar 2008.
Foto: Kumarrakajee, commons.wikimedia.org

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