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Verladekran vor aufgestapelten Holzstämmen
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Schotterstraße in die Berge. Links und rechts der Straße gerodeter Wald.
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Zu mehreren Flößen zusammengebundene Baumstämme, die von einem Schlepper auf einem Fluss gezogen werden.
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Nordamerika: Kanada

Die Wälder Kanadas, das mit einer Fläche von 310 Millionen Hektar weltweit auf Platz drei der waldreichsten Länder rangiert, haben nach Angaben der FAO seit 1990 nicht abgenommen. Der Grund liegt in den hohen Aufforstungen von durchschnittlich 385.000 Hektar pro Jahr. Doch der Schein trügt, denn insbesondere die riesigen Urwälder, die über die Hälfte der kanadischen Wälder ausmachen, werden immer weiter zerstört. Hauptursache der Waldvernichtung ist die Holzgewinnung, vor allem für die Zellstoffproduktion der Papierindustrie. Kanada ist der größte Holzexporteur der Welt. 2010 wurden forstwirtschaftliche Produkte im Wert von rund 22 Milliarden US-Dollar exportiert. Der Anteil der Papierprodukte betrug knapp 7,5 Milliarden US-Dollar. Schon in den 1990er Jahren wurden jährlich rund eine Million Hektar Wald durch Holzeinschlag vernichtet. Seither nahm die industrielle Abholzung stetig zu.
Die Borealwälder Kanadas sind außerdem durch Erdölförderung, Bergbau, Wasserkraftwerke und Staudämme bedroht. Im Süden des Landes haben industrielle und landwirtschaftliche Nutzung sowie der Städte- und Straßenbau fragmentierte und degradierte Wälder hinterlassen. Und auch die Klimaerwärmung gefährdet die Wälder Kanadas, da sie die Anfälligkeit für Waldbrände und Insektenbefall erhöht.
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Afrika

Zwischen 2000 und 2010 betrugen die Waldverluste Afrikas rund 34 Millionen Hektar. Damit ist Afrika nach Südamerika der Kontinent mit den zweitgrößten Waldverlusten der Welt. Alleine seit 1990 wurden zehn Prozent der Wälder zerstört. Besonders betroffen sind Nigeria, Tansania, Simbabwe und die Demokratische Republik Kongo. Da viele Länder nur wenig bewaldet sind, wächst die Gefahr einer kompletten Entwaldung. Die Waldvernichtung Afrikas muss im Kontext der stetigen Bevölkerungszunahme, extremen Armut und der zahlreichen Konflikte betrachtet werden. Wo die Holzindustrie den Tropenwald durch Straßenbau erschließt, erhält auch die arme Landbevölkerung Einzug in diese Gebiete, errichtet Siedlungen und rodet Wälder für Agrarflächen. Wanderfeldbau und Brennholzverbrauch tragen erheblich zu den Waldverlusten Afrikas bei. Die Jagd nach Wildtieren und der Handel mit ihrem Fleisch (Bushmeat) beschleunigen zudem den Artenverlust. Holzeinschlag ist die wichtigste Ursache der Waldvernichtung. Da vermarktungsfähige Holzarten nur selektiv wachsen, müssen riesige Waldflächen vernichtet werden. Tropische Werthölzer werden vor allem in die EU und vermehrt auch nach China exportiert. Den illegalen Holzhandel machen sich Kriegsfürsten zunutze, indem sie ihre Kriege aus den Erlösen finanzieren. „Conflict Timber“ spielte zum Beispiel im Bürgerkrieg Liberias eine wichtige Rolle. 2003 hatte der UN-Sicherheitsrat daher ein Embargo auf liberianisches Holz verhängt.

 

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Europa einschließlich Russland

Zwischen 2000 und 2010 nahmen die europäischen Waldflächen um 6,7 Millionen Hektar zu. Aufforstungen fanden vor allem in Spanien, aber auch in Italien, Norwegen, Bulgarien, Frankreich und Serbien statt. Die neu angelegten Wälder sind jedoch in der Regel keine natürlichen Wälder. So liegt der Anteil artenreicher Mischwälder europaweit bei lediglich drei Prozent. Um eine effiziente Holzproduktion zu erreichen, werden meist nur wenige und schnell wachsende Baumarten gepflanzt. Nirgendwo auf der Welt sind die Wälder so stark auf Produktionszwecke ausgerichtet wie in Europa. Zur Deckung des Bedarfs an Holz- und Papierprodukten werden alleine in Deutschland 95 Prozent der Wälder bewirtschaftet. Die intensive Bewirtschaftung hat zur Degradierung der Wälder und Artenverlust geführt. Auch Umweltbelastungen und Schadstoffe aus Landwirtschaft, Industrie und Verkehr sowie ihre zunehmende Zerstückelung durch infrastrukturelle Maßnahmen haben den europäischen Wäldern geschadet.

In osteuropäischen Ländern stellt der illegale Holzeinschlag ein gravierendes Problem dar. Im Mittelmeerraum gefährden Brände die Wälder, die oft auf Fahrlässigkeit oder vorsätzliche Brandstiftung zurückzuführen sind, etwa um Bauland oder Weideflächen zu gewinnen. Dürren und Starkregen verstärken hier Bodenerosion und Wüstenbildung. 80 Prozent der Wälder Europas liegen in Russland, doch die borealen Urwälder im waldreichsten Land der Erde sind bedroht – durch Kahlschläge für den industriellen Holzexport. Letztlich sind die europäischen Länder für die Waldvernichtung in anderen Regionen der Welt mitverantwortlich. Denn für den hohen Bedarf werden Holz- und Papierprodukte sowie landwirtschaftliche Erzeugnisse in großen Mengen importiert. Sojaimporte aus Brasilien zum Beispiel, die in der europäischen Massentierhaltung eingesetzt werden, tragen zur Zerstörung des Amazonas-Regenwalds bei.
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Ozeanien:

Die Waldverluste Ozeaniens lagen zwischen 2000 und 2010 bei 7,8 Millionen Hektar. Die meisten Wälder gingen in Australien, dem waldreichsten Land Ozeaniens, zugrunde. Massive Waldbrände und Dürren haben hier seit dem Jahr 2000 5,6 Millionen Hektar Wald zerstört und machten Australien zu dem Land mit den zweitgrößten Waldverlusten der Welt. Seit 2005 hat die Waldvernichtung auch in Papua-Neuguinea durch Holzeinschlag sowie Rodungen für Landwirtschaft und Palmölplantagen zugenommen. In den letzten zehn Jahren verlor der Inselstaat mehr als 10 Prozent seiner tropischen Wälder. Die Wälder Australiens und Neuseelands sind besonders durch Holzeinschlag und das Anlegen von Waldplantagen für die Holzproduktion gefährdet. Für industrielle Zwecke, vor allem für die Zellstoff- und Papierindustrie, wurden in den vergangenen Jahren weitere Plantagen errichtet.
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Asien

Auf den ersten Blick täuschen die nackten Zahlen: Zwar haben die Wälder Asiens unter dem Strich zwischen 2000 und 2010 um 22 Millionen Hektar zugenommen. Aber gleichzeitig wurde die massive Vernichtung wertvoller Tropenwälder in Süd- und Südostasien unvermindert fortgesetzt. Der Netto-Anstieg der Waldflächen ist in erster Linie auf intensive Aufforstungen Chinas zurückzuführen, wo die Wälder jährlich um drei Millionen Hektar wuchsen, insgesamt seit 1990 um ein Drittel. China versucht mit großangelegten Baumplantagen die Wüstenbildung einzudämmen, die sich infolge der Abholzungen drastisch ausgebreitet und unter anderem schwerwiegende Flutkatastrophen verursacht hatte. Allerdings werden viele nicht einheimische und gentechnisch veränderte Bäume gepflanzt – das ist ökologisch bedenklich und kann die enormen Tropenwaldverluste Indonesiens, Myanmars, Kambodschas, Laos´ und Malaysias keinesfalls ausgleichen. Besonders in Indonesien, dem Land mit den weltweit zweitgrößten Waldverlusten, wird Regenwald in Zellstoff- und Palmölplantagen umgewandelt und illegal Tropenholz für den Weltmarkt eingeschlagen. Nicht selten landen die illegalen Hölzer in China, dem weltweit größten Tropenholz-Importeur. China deckt seine Importe vor allem aus den Tropenländern Asiens, aber auch Afrikas, und forciert so die Waldvernichtung in den betroffenen Ländern. Doch China ist oft nur Durchlaufstation: Viele dort verarbeitete Holz- und Papierprodukte werden exportiert – hauptsächlich in die EU, USA und nach Japan.
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Südamerika

Die größten Ausmaße nimmt die globale Waldvernichtung in Südamerika an. 40 Millionen Hektar Wald verschwanden im Zeitraum zwischen 2000 und 2010. Fast die Hälfte des Kontinents ist mit Wäldern bedeckt, die zu großen Teilen aus Urwäldern bestehen und mit dem Amazonas-Regenwald das größte Regenwaldgebiet der Erde einschließen. Brasilien ist das Land mit den weltweit größten Waldverlusten. Mehr als zwei Drittel der Waldvernichtung Südamerikas findet hier statt. Daneben sind auch Bolivien und Venezuela von immensen Waldverlusten betroffen. Hauptursachen sind die Umwandlung des Tropenwaldes in Weide- und Ackerflächen sowie der Ausbau der Infrastruktur durch Straßen, Siedlungen und Stauseen. Die Erschließung der Urwälder schafft die Voraussetzungen für Holzeinschlag, Besiedlung durch Kleinbauern und den großangelegten kommerziellen Anbau von Monokulturen. Besonders Sojafelder und Rinderweiden dienen der Produktion wichtiger Exportgüter. Auch der Abbau von Rohstoffen und Erdölbohrungen gefährden die Wälder Südamerikas. Seit 1990 haben außerdem die Waldplantagen für Produktionszwecke kontinuierlich zugenommen.
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Nord- und
Mittelamerika
Afrika
Europa einschließlich Russland
Ozeanien
Asien
Südamerika
Waldvernichtung weltweit
Einleitungstext schließen
Jedes Jahr werden 13 Millionen Hektar Wald vernichtet – eine Fläche der Größe Griechenlands. Besonders betroffen sind die Tropenwälder Südamerikas, Asiens und Afrikas. Seit den 1960er Jahren haben hier massive Zerstörungen stattgefunden. Zu den Brennpunkten der Waldvernichtung gehören Brasilien, Indonesien, Nigeria, Tansania und Australien. In China, Europa und Nordamerika nehmen die Waldflächen hingegen zu. Dabei handelt es sich aber häufig um stark veränderte, nicht natürliche Wälder oder Baumplantagen für die Holzproduktion.
Vor allem in armen Ländern werden Wälder durch Brandrodung und Kahlschlag in Agrar- und Weideland umgewandelt, um Soja, Palmöl oder Fleisch für den Export in Industrieländer zu gewinnen. Holz wird in großen Mengen für die Papierherstellung exportiert. In Deutschland liegt der jährliche Pro-Kopf-Papierverbrauch bei rund 235kg und ist damit so hoch wie der Verbrauch Afrikas und Südamerikas zusammen. Die heimischen Wälder können diesen immensen Bedarf nicht decken. Deutschland ist daher der zweitgrößte Zellstoff- und Papier-Importeur der Welt.
Neben dem Holzeinschlag hinterlässt der Bau von Straßen, Siedlungen und Stauseen weltweit zerstückelte und degradierte Wälder. Auch der Klimawandel macht den Wäldern zu schaffen: Sie sind zunehmend Bränden, Dürren, Überflutungen oder Insektenbefall ausgesetzt. Die Folgen der Waldvernichtung für Mensch und Umwelt sind alarmierend: Sie bedeuten hohe CO2-Emissionen, Artenverlust, Erosion, Naturkatastrophen, Wüstenbildung und für viele Menschen den Verlust ihrer Lebensgrundlage.

Hinweis: Die in der Grafik angegeben Zahlen zur Waldvernichtung sind dem FAO-Bericht „Global Forest Resources Assessment 2010“ (Link) entnommen. Die FAO gibt dabei eine Netto-Änderung der Waldflächen an, das heißt Waldverluste und Waldgewinne werden miteinander verrechnet. Die Daten spiegeln daher nicht den tatsächlichen, absoluten Waldverlust wider.
Die Aufteilung der Regionen entspricht der Klassifizierung des FAO-Berichts.
>> Zur Grafik

Quellenangaben schließen
Quellen:
Bundesamt für Naturschutz 2007: Schutz der Wälder – Nationale Verantwortung tragen und global handeln. BfN-Skripten 209.
Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO): Global Forest Resources Assessment 2010. 
Greenpeace 2006: Die letzten Urwälder Nordamerikas (Link)
Greenpeace 2007: Der Verbrauch des borealen Urwaldes in Kanada (Link)
Greenpeace 2008: Klimawandel und die Zerstörung des kanadischen Borealen Urwaldes (Link)
Kohnle, Ulrich 2011: Der Wald in Kanada und seine Nutzung (Link)
Laurance, William 2011: China’s Appetite for Wood Takes a Heavy Toll on Forests. Yale Environment 360 (Link)
Statistics Canada (Link)
United Nations Environment Programme (UNEP) 2006: AFRICA ENVIRONMENT OUTLOOK 2 (Link)
United Nations Environment Programme (UNEP) 2009: Vital Forest Graphics (Link)
World Resources Watch/Global Forest Watch Canada: Canada´s Forest at a Crossroads: An Assessment in the Year 2000 (Link)
WWF – Hintergrundinformationen 2007: Temperierte und boreale Wälder (Link)
WWF 2008: Die Umweltsituation in China (Link)
WWF - Hintergrundinformationen 2011: Wald steckt da, wo wir ihn nicht erwarten. Papierverbrauch in Deutschland  (Link)
WWF 2011: Die Wälder der Welt - Ein Zustandsbericht. Globale Waldzerstörung und ihre Auswirkungen auf Klima, Mensch und Natur.
WWF: Kein Kahlschlag für Papier (Link)
ZDF Mediathek: UN-Jahr der Wälder (Link)

Gestaltung: Dieter Düvelmeyer, duevelmeyer.com
Text, Recherche: Tina Schmidt
Redaktion: Uli Keller, DGVN

Die Grafik wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erstellt.