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Tropenwald
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Quelle: UNEP-Grid, MA 2005
Gestaltung: © Dieter Düvelmeyer, duevelmeyer.com
Recherche: Tina Schmidt
Version: 8 März, 2012 12:27

Die Wälder der Welt
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Überblick: Die Wälder der Welt

Nach Schätzungen der FAO bedecken Wälder rund vier Milliarden Hektar der Erde – das sind 31 Prozent der globalen Landfläche. Die größten Waldflächen befinden sich in Russland, Brasilien und Kanada. Allein Russland und Südamerika verfügen jeweils über 20 Prozent aller Wälder, Europa nur über fünf Prozent. Die Wälder der Welt sind nicht nur ungleich verteilt, sie bestehen auch aus – abhängig von den klimatischen Bedingungen – unterschiedlichen Typen, vom tropischen Regenwald über die Wälder der gemäßigten Breiten bis hin zu den nördlichen Borealwäldern.
Die Bedeutung der Wälder für Menschen, Biodiversität und Klima ist ebenso vielseitig wie ihre Nutzung. Sie sind die artenreichsten Ökosysteme der Erde und erfüllen als Kohlenstoff- und Wasserspeicher eine wichtige Klimafunktion. Wälder liefern die wirtschaftliche Lebensgrundlage für 1,6 Milliarden Menschen und sind Lebensraum für 300 Millionen Menschen, unter ihnen viele indigene Völker.Wälder gelten vielerorts als Erholungsraum. Zugleich steht ihre wirtschaftliche Nutzung im Vordergrund: Mehr als 30 Prozent dienen primär der Produktion von Holz und anderen Waldprodukten. Zur industriellen Nutzung werden Wälder für Plantagen abgeholzt, während die Urwälder der Erde immer weiter schwinden.

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Hinweis:
Die auf der Karte eingezeichneten Bereiche entsprechen lediglich einer geographischen Annäherung, basierend auf : "The main Biomes of the World." UNEP/GRID-Arendal Maps and Graphics Library. 2009. (Link)
Die Darstellung der Waldtypen folgt einer groben Einteilung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Grafik wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erstellt.   

Quellen:
Bundesamt für Naturschutz 2007: Schutz der Wälder – Nationale Verantwortung tragen und global handeln. BfN-Skripten 209.
Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO): Global Forest Resources Assessment 2010. 
WWF 2011: Die Wälder der Welt - Ein Zustandsbericht. Globale Waldzerstörung und ihre Auswirkungen auf Klima, Mensch und Natur.
WWF: Waldtypen weltweit, (Link)
WWF International: Terrestrial Ecoregions, (Link)
WWF International: Wildfinder (Link)
ZDF Mediathek: UN-Jahr der Wälder (Link)

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Bild vom Borealwald in Alaska
Borealwälder

Die borealen Nadelwälder der Nordhalbkugel – auch Taiga genannt – machen rund ein Drittel der Wälder der Welt aus. Sie erstrecken sich über Russland, Kanada, Alaska sowie die baltischen Staaten, Skandinavien und Island. Die Borealwälder Eurasiens bilden das weltweit größte zusammenhängende Waldgebiet. Die borealen Urwälder Kanadas und Russlands sind die größten bis heute erhaltenen Urwälder der Welt. Das Klima ist geprägt von niedrigen Temperaturen und einer lange andauernden Schnee- und Frostperiode, teils wachsen die Bäume auf Permafrostboden. Nur wenige Baumarten, darunter Lärche, Fichte, Kiefer und Tanne, haben sich an diese Bedingungen angepasst.

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Borealwald in Alaska © NOAA Public Domain
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Holztransport Rusland - Foto: immu, flickr.com
Verladen von Holzstämmen auf Eisenbahnwagons in Russland
Bedeutung und Nutzung der Borealwälder

Borealwälder sind wichtige Ökozonen und speichern große Mengen Kohlenstoff in ihren Böden. Sie bieten einzigartige Lebensräume, zum Beispiel für Rentiere, Wölfe, Braunbären oder Sibirische Tiger, aber auch für zahlreiche indigene Völker. Die wirtschaftliche Bedeutung der borealen Wälder ist enorm: Ihr Holz deckt rund 90 Prozent des weltweiten Papier- und Schnittholzbedarfs.
Nicht nur die industrielle Nutzung, auch illegaler Holzeinschlag, der Bau von Wasserkraftwerken und Straßen sowie die Gewinnung von Bodenschätzen gefährden die Borealwälder. Zunehmend werden sie von Luftverschmutzung und Waldbränden bedroht. Die Erderwärmung durch den Klimawandel macht sie außerdem anfällig für Krankheiten.

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Gemäßigte Nadelwälder

Die gemäßigten Nadelwälder zählen zu den immergrünen gemäßigten Wäldern, die in regenreichen Küstenregionen, trockenen Klimaten und Gebirgen mit warmen Sommern und kühlen Wintern vorkommen. Sie sind in Teilen Nordamerikas, Europas und Asiens zu finden. Typische Baumarten sind Kiefern, Zedern und Tannen. In den gemäßigten Regenwäldern an der kalifornischen Küste wächst mit dem Küstenmammutbaum („Redwood“) eine der höchsten und ältesten Baumarten der Welt. Gemäßigte Nadelwälder enthalten die größten Mengen an Biomasse aller Wälder. Häufig sind sie von Holzeinschlag und Baumaßnahmen bedroht.

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Foto: mattbye, http://www.flickr.com
Bild Nadelwald Polen
Foto: Josef Suefer, flickr.com
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Luftbild einer Alm in den Alpen, umgeben von Nadelbäumen
Europäischer Nadelwald

Das kühle Klima in den Bergregionen der Alpen, Karpaten und dem Pontischen Gebirge schafft ideale Bedingungen für die gemäßigten Nadelwälder. Mit über 4.500 Pflanzenarten sind die Nadelwälder der Alpen besonders artenreich. Hier lassen sich noch einige der wenigen unberührten Waldgebiete Europas entdecken. Die Wälder der Alpen dienen außerdem dem Schutz vor Schneelawinen und Steinschlägen. Sie sind gleich mehrfach bedroht – durch Holzeinschlag, Überweidung, Luftverschmutzung und Industrie. Besonders der Wintertourismus und der fortschreitende Ausbau von Ferienorten und Skigebieten gefährden die Nadelwälder.

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Foto: Friedrich Böhringer, wikipedia.org
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Bild Herbsztlicher Mischwald
Gemäßigte Laub- und Mischwälder

Gemäßigte Laub- und Mischwälder finden in Mittel- und Osteuropa, in Nordostasien, im Osten der USA, in Teilen Chiles, Neuseelands und Ostaustraliens sowie im Kaukasus, der Türkei und am Südrand des Himalaja Verbreitung. Die sommergrünen Wälder sind durch einen ausgeprägten Jahreszeitenwechsel gekennzeichnet. Ihre Struktur ist einfacher und sie sind weniger artenreich als tropische Wälder, verfügen aber über fruchtbare Böden. Meist bestehen die gemäßigten Wälder nur aus wenigen Baumarten, typisch sind Buche, Eiche, Birke und Ahorn.

Der europäische Mischwald ist geprägt von seiner intensiven wirtschaftlichen Nutzung durch den Menschen. Allein in Deutschland werden 95 Prozent der Wälder bewirtschaftet. Große Teile der ursprünglichen europäischen Wälder bestehen heute nicht mehr. Wiederaufforstungen zielten auf eine möglichst effiziente Holzproduktion, um den hohen Holzverbrauch zu decken. Dazu wurden meist schnell wachsende und leicht zu verarbeitende Holzarten wie Fichten und Kiefern angebaut. Weit verbreitet sind auch Buchenmischwälder.

Häufig bestehen die europäischen Wälder nur aus einer einzigen Hauptbaumart und sind durch den Bau von Straßen und Siedlungen zerstückelt. Unter diesen Bedingungen schrumpfte die Artenvielfalt. In Deutschland sind knapp zwei Drittel des Waldes von Schäden gezeichnet, die besonders auf Luftschadstoffe aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft zurückgehen. In Osteuropa gefährdet der illegale Holzeinschlag die Wälder. Zugleich gilt der Wald als schützenswert und erfüllt eine wichtige Erholungsfunktion, dient der Freizeitgestaltung und als Ausgleich zum Stadtleben.

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Foto: Christel Palmberg Lerche, FAO
Gefällte Buchen
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Bedeutung und Nutzung gemäßigter Laub- und Mischwälder

Das günstige Klima und das Vorhandensein nur weniger Baumarten schaffen gute Voraussetzungen für eine intensive Bewirtschaftung. Der Großteil der gemäßigten Laub- und Mischwälder ist daher stark vom Menschen beeinflusst und auf die Holzproduktion ausgerichtet. In Australien und Chile dienen zum Beispiel Eukalyptus-Plantagen der Papierherstellung. Nur vereinzelt sind ursprüngliche Wälder erhalten geblieben. Neben der Umwandlung in Agrarflächen und Plantagen gefährden Umweltbelastungen die gemäßigten Wälder. Eine Folge der Luftverschmutzung ist die zunehmende Anfälligkeit der Bäume für Insektenbefall, Stürme und Trockenperioden.

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Weitere Bilder Tropenwald
Foto: Kenichi Shono, © FAO
Tropische Wälder

Die tropischen Wälder erstrecken sich entlang des Äquators über die Kontinente Südamerika, Afrika und Asien und machen etwa die Hälfte der weltweiten Waldfläche aus. Die größten Waldgebiete befinden sich im Amazonasbecken Südamerikas, in den südostasiatischen Regenwäldern und dem zentralafrikanischen Kongo-Becken. Kennzeichnend sind die hohen Niederschläge, die durch Verdunstung entstehen, weitgehend gleichbleibende Temperaturen und das Fehlen von Jahreszeiten. Sie sind die artenreichsten und üppigsten Ökosysteme. Typische Baumarten sind Shorea, Amerikanisches Mahagoni, Kapok, Durio, Kautschuk und Kakao. Weiter entfernt vom Äquator gehen die immergrünen tropischen Regenwälder in tropische Feucht- und Trockenwälder über. Sie zeichnen sich durch eine Trockenzeit aus, in der die Bäume ihr Laub abwerfen, und sind weniger artenreich. Zu den typischen Baumarten gehören Eukalyptus, Teak, Mango, Sal, Mopane und Affenbrotbaum.

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Tropenwald Malaysia
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Foto: Eko Bambang Subiyantoro, FAO
Kinder in einem Boot im Tropenwald, Indonesien
Bedeutung und Nutzung tropischer Wälder

Die Biodiversität der Tropenwälder ist immens: Man schätzt, dass 50 bis 75 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten in ihnen leben. Wissenschaftler entdeckten auf einem einzigen Baum im Regenwald Perus 43 Ameisenarten – das ist mehr als die Hälfte aller Ameisenarten Deutschlands. Als riesige Kohlenstoff- und Wasserspeicher spielen tropische Wälder eine wichtige Rolle für das Klima. Sie sind Lebensraum indigener Völker, die ihre Existenz und Kultur auf den Wald ausgerichtet haben. Auch die lokale Bevölkerung und Kleinbauern sind auf den Wald angewiesen, denn er liefert Nahrung, Medizin, Baumaterial und Feuerholz. Der traditionelle Wanderfeldbau dient der Versorgung mit landwirtschaftlichen Produkten.

Die Gefahren für den Tropenwald liegen vor allem in seiner großangelegten industriellen Nutzung. Durch kommerziellen Holzeinschlag werden tropische Werthölzer wie Mahagoni entnommen, um sie beispielsweise für die Herstellung von Möbeln zu exportieren. Mittels Brandrodung wird der Wald in Agrar- und Plantagenflächen umgewandelt, um Exportprodukte anzubauen oder Weiden für die Viehzucht zu schaffen.

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