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Korallensterben auf Martinique

2005 waren die Inseln der östlichen Karibik infolge einer ungewöhnlich lange anhaltenden Temperaturerhöhung von einer massiven Korallenbleiche betroffen. Über fast sechs Monate hinweg überschritt die Meerestemperatur 29 Grad. Die 260 Quadratkilometer umfassenden Korallenriffe Martiniques wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Im Zuge der Hurrikan-Saison schädigten  intensive Wellen die Korallen. Sintflutartige Regenfälle spülten Nährstoffe und Sedimente in die Riffe. Die Korallenbleiche traf rund die Hälfte der Korallen und setzte sich bis ins Jahr 2006 fort. Knapp 40 Prozent dieser Korallen starben bis zum Sommer 2006 ab, während andere wieder von Algen besiedelt wurden und sich erholen konnten.
Künftig ist durch den Klimawandel eine häufiger auftretende Korallenbleiche zu erwarten. Dabei können sich die Korallen aufgrund ihres zunehmend schlechten Zustands schwerer erholen. Die Degradierung der Küstenökosysteme macht den Korallen bereits seit den 1980er Jahren zu schaffen. Hohe Niederschläge, Entwaldung und Abholzung der Mangrovenwälder sowie eine schlecht geplante Küstenerschließung lassen Nährstoffe und Sedimentgesteine in die Küstengewässer dringen. Umweltverschmutzung, Pestizide und Giftstoffe aus der Abwasserbehandlung griffen die Fischbestände an und brachten das Ökosystem des Meeres aus dem Gleichgewicht.

Quellen:
Wilkinson, C., Souter, D. 2008: Status of Caribbean Coral Reefs after Bleaching and Hurricanes in 2005. Global Coral Reef Monitoring Network, and Reef and Rainforest Research Centre, Townsville. (Link)

World Resources Institute (WRI) 2004:
Reefs at Risk in the Caribbean: Martinique (Link)
Der Klimawandel gefährdet
Korallen weltweit