Der Klimawandel gefährdet
Korallen weltweit
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Quellen:
Greenpeace 2002: Die Erde im Fieber: Stichwort Korallenbleiche (Link)
Überdüngung lässt Ozeane schneller versauern, Nature Geoscience, 24.10.11 (Link)
Ozeane: Beispielloses Massenaussterben droht, International Programme on the State of the Ocean, 22.06.2011 (Link)
Korallenriffe als Wiegen der Evolution, idw - Museum für Naturkunde, 11.01.10 (Link)
Spiegel Online (29.07.10): Südostasien. Massive Korallenbleiche alarmiert Experten (Link)
United Nations Development Programme: Den Klimawandel bekämpfen: Menschliche Solidarität in einer geteilten Welt. Bericht über die menschliche Entwicklung 2007/2008.

Gestaltung:
Dieter Düvelmeyer, duevelmeyer.com
Text, Recherche: Tina Schmidt
Redaktion: Uli Keller, DGVN
Version: Mittwoch, 4 Januar, 2012 16:55

Die Grafik wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erstellt.  
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Der Klimawandel verstärkt den Druck auf die Ökosysteme der Meere. Die Hälfte der Korallenriffe geht bereits zurück – hochsensible und einzigartige Unterwasser-Lebensräume und -Lebewesen mit ausgeprägtem Artenreichtum sind akut gefährdet. Ursache ist die Erwärmung und Versauerung der Ozeane aufgrund der steigenden CO2-Emissionen. Bei erhöhten Wassertemperaturen kommt es zur Korallenbleiche: Korallen stoßen die Algen ab, die ein wesentlicher Bestandteil ihrer Nahrung sind. Die Korallen bleichen aus, zurück bleibt ihr farbloser Kalkmantel. Werden sie nicht erneut von Algen besiedelt, sterben sie ab. Ein kurzfristiger Anstieg der Meerestemperatur, beispielsweise infolge intensiver Niederschläge oder Hurrikans, führte in der Vergangenheit immer wieder zur Korallenbleiche. Doch mit der dauerhaften Erwärmung der Weltmeere aufgrund des Klimawandels wird sie häufiger und massiver auftreten. Die Korallen haben dann auch schlechtere Chancen, sich zu erholen. Eine zusätzliche Belastung geht vom steigenden Säuregehalt der Ozeane aus, der wichtige Mineralien angreift, auf die Korallen und andere Meeresorganismen angewiesen sind. Die als Bausteine für die Kalkskelette zentralen Karbonatverbindungen lösen sich auf, die Korallen können nicht mehr wachsen. Korallenriffe sind besonders in den flachen Regionen der Tropenmeere verbreitet. Während des El Niño wurden 1998 weltweit 16 Prozent der Korallen zerstört. 2002 war das größte Korallenriff der Welt, das Great Barrier Reef, bedroht. 2005 traf eine massive Korallenbleiche die östlich Karibik und fünf Jahre später die artenreichsten Korallenriffe in Südostasien. Für Millionen von Kleinfischern in armen Ländern und Menschen in den Küstengebieten der Tropen, die sich von Fisch ernähren, hat das Korallensterben schwerwiegende Konsequenzen. Denn Korallen spielen eine wesentliche Rolle für den Fischbestand der Meere. Geht dieser zurück, verlieren Menschen in 60 Ländern der Welt ihre Lebensgrundlage, Nahrungsquelle und einen wichtigen Wirtschaftsfaktor. Wirtschaftlicher Schaden entsteht auch für Länder, die stark vom Tauchtourismus abhängig sind.