WFP: Der Klimawandel erfordert mehr Nothilfe und langfristige Programme

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„Es gibt mehr als eine Milliarde hungernder Menschen auf der Welt – und es besteht die Gefahr, dass der Klimawandel die Zahl der Menschen deutlich erhöhen wird, die von Hunger und Unterernährung bedroht werden.“ Das schreibt das „World Food Programme“ (WFP) der Vereinten Nationen in der Broschüre „Hunger and Climate Change“ (pdf-Datei, 0,7 MB). Der globale Klimawandel ist dafür verantwortlich, dass es in vielen Regionen der Welt vermehrt zu Dürren und Flutkatastrophen kommt, die die Ernährungsgrundlage von Millionen Menschen zerstören. Dies gilt in besonderem Maße für das Horn von Afrika.

Negativ wirkt sich auch aus, dass sich in tropischen und subtropischen Regionen zunehmend die Regen- und Trockenzeiten im Jahresablauf verschieben. Damit wird es immer schwieriger zu planen, wann gepflanzt und gesät werden kann. In Küstenregionen wirkt sich auch der Anstieg der Meeresspiegel negativ auf die Landwirtschaft und damit die Ernährungssituation aus.

Titelseite der Broschüre "Hunger and Climate Change" des World Food Programme (WFP)
<p style="margin-left: 20px;">Broschüre "Hunger and Climate Change" des World Food Programme (WFP)

Komplexe Anpassungsprogramme vermindern die Katastrophenrisiken

Das 1961 gegründete „Welternährungsprogramm“ ist die größte humanitäre Organisation der Welt und unterstützt etwa 80 bis 90 Millionen Menschen im Jahr. Angesichts der Folgen des Klimawandels nimmt die Zahl der Krisensituationen zu, wo akut humanitäre Hilfe geleistet werden muss. Das WFP und seine Partner reagieren auf die zunehmenden Gefahren außerdem mit längerfristig angelegten Programmen zur Vorbereitung der Bevölkerung auf zu erwartenden Katastrophen. Dringend erforderlich sind Anpassungsprogramme an den nicht mehr zu vermeidenden Klimawandel, zum Beispiel die Förderung von Anbaumethoden, die auch nach einer längeren Dürrezeit die Aussicht auf eine Ernte erhalten. Zu den Programmen zur Erhöhung der sozialen Absicherung der durch den Klimawandel bedrohten Bevölkerung gehört eine Versicherung für Bauernfamilien gegen die Folgen von Dürren in Äthiopien.

Schulen pflanzen Bäume gegen den Klimawandel

Wichtig sind dem Welternährungsprogramm auch Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels. Ein Beispiel für das WFP-Engagement und seiner lokalen Partner für den Klimaschutz ist das „Eine-Million-Bäume“-Programm in Sambia. Mehrere Hundert Schulen pflanzen regelmäßig Bäume auf dem Schulgelände und in der Umgebung. Einige Personen in jeder Schule werden dazu ausgebildet, auf eine nachhaltige Weise Bäume zu pflanzen und zu betreuen. Auch vermitteln sie in den Schulen den Zusammenhang von Ernährungssicherung, Wiederaufforstung und Klimaschutz  – und die konkreten Möglichkeiten, selbst etwas dafür zu tun.

Ohne Klimaschutz keine Ernährungssicherheit

Neben einer großen Zahl von konkreten Programmen vor Ort ist das Welternährungsprogramm bestrebt, die internationale Öffentlichkeit für die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernährung der Weltbevölkerung zu sensibilisieren. Diese Gefahren sind ein gewichtiger Grund dafür, dass endlich ein neues internationales Klimaabkommen unterzeichnet werden muss, das sicherstellt, dass die globale Klimaerwärmung auf höchstens 2 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzt wird. Diese Position bringt das WFP auch bei den UN-Klimakonferenzen ein. Ein Beispiel war das Papier „Climate Change and Nutrition Security“ (pdf-Datei, 0,9 MB), das das Welternährungsprogramm 2010 bei der UN-Klimakonferenz in Cancún vorgelegt hat.

Mehr Informationen zum Klimaengagement der Welternährungsorganisation finden Sie auf der WFP-Website. Dort können auch verschiedene Dokumente heruntergeladen und Filme angesehen werden.

 

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