Weltgesundheitsorganisation WHO

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Die primäre Aufgabe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besteht darin, dafür Sorge zu tragen, dass alle Menschen den höchstmöglichen Grad an Gesundheit erreichen können. Gesundheit wird von der WHO als Zustand eines vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens definiert und nicht als eine bloße Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechlichkeit. Die Folgen des globalen Klimawandels wirken sich ganz direkt auf die Gesundheitssituation von vielen Millionen Menschen aus, z.B. durch die Zunahme von Extremwetterereignissen und die Verknappung der Wasserressourcen als Folge sinkender Niederschläge. Deshalb beschäftigt sich die WHO seit einigen Jahren intensiv mit den Folgen des globalen Klimawandels, wobei die besonders verletzlichen Bevölkerungsgruppen im Mittelpunkt des Interesses und des Engagements stehen.

Die WHO bemüht sich unter anderem darum, Gesundheitseinrichtungen für die zu erwartenden Folgen des Klimawandels zu sensibilisieren und ihnen dabei zu helfen, sich auf eine zunehmende Zahl extremer Wetterereignisse vorzubereiten.

Eine in vielen Tüchern gehüllte Frau steht an einer modernen Wasserpumpe mit ihrem schönen, großen Krug und füllt sich Wasser ab.
Der Klimawandel führt zu wachsender Wasserknappheit in vielen ohnehin wasserarmen Ländern der Welt. Um so wichtiger ist es nach Auffassung der WHO, eine Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser zu gewährleisten, wie dies hier in ländlichen Gebieten in Äthiopien erreicht wurde. Foto: WHO/P. Virot

Ebenso wird angestrebt, dazu beizutragen, dass Klimathemen in der staatlichen Gesundheitspolitik der einzelnen Länder ernst genommen und in Gesundheitskonzepte einbezogen werden. International bietet die WHO ein Forum dafür, Wissen und Erfahrungen beim Umgang mit dem Klimawandel auszutauschen und voneinander zu lernen.

Gesundheitsgefahren vorbeugen und das Gesundheitswesen auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten

2010 haben WHO und UN-Entwicklungsprogramm UNDP das Programm „Anpassung an den Klimawandel und der Schutz der menschlichen Gesundheit“ (Climate Change Adaption to Protect Human Health initiiert. Ziel ist es, Länder dabei zu unterstützen, die Fähigkeit zur Anpassung des Gesundheitssektors an den Klimawandel zu stärken. In der ersten Phase werden Pilotprojekte in sieben Ländern unterstützt. Die Projekte sind so angelegt, dass sie die Möglichkeiten erhöhen, sich rechtzeitig auf Gesundheitsrisiken durch höhere Durchschnittstemperaturen, vermehrte Extremwetterereignisse etc. einzustellen, Risiken zu vermindern und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen.

In dem Projekt in China wird zum Beispiel ein Frühwarnsystem vor klimabedingten Gesundheitsrisiken, vor allem vor der zunehmenden Zahl von Hitzewellen, aufgebaut. Seit den 1980er Jahren ist in China eine steigende Zahl extrem heißer Sommer zu beobachten, was auf den globalen Klimawandel zurückgeführt wird. Die Hitzewellen haben jeweils Tausende Todesopfer gefordert und dies besonders unter der älteren Bevölkerung. Mithilfe des Frühwarnsystems sollen gefährdete Bevölkerungsgruppen angesprochen und die Gesundheitseinrichtungen darauf vorbereitet werden, vorbeugende Maßnahmen zu initiieren und zusätzlichen Behandlungsaufgaben gewachsen zu sein.   

In Jordanien und auf der Karibikinsel Barbados wird Brauchwasser so gründlich gereinigt, dass es als sauberes Trinkwasser genutzt werden kann. Damit werden die Wasserknappheit und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken reduziert. Ein wichtiges Ziel der WHO beim gesamten Programm ist der Erfahrungsaustausch zwischen einer steigenden Zahl von Pilotprojekten. Ebenso sollen dort gewonnene Erfahrungen für andere Gesundheitsprogramme genutzt werden.

2012 hat die WHO in Zusammenarbeit mit der WMO den „Atlas on health and climate“ veröffentlicht, der mit Texten, Karten, Tabellen und Grafiken einen ausführlichen Überblick vermittelt, wie sich der Klimawandel auf die Gesundheit der Menschen auswirkt und wie das Gesundheitswesen und die Gesellschaften als Ganze auf diese Herausforderungen reagieren können.

Titelseite und Link zur Broschüre: Menschen laufen mit großen Körben auf dem Kopf über ein Feld
<p style="margin-top: 20px;">Die Weltgesundheitsorganisation hat in einer Broschüre analysiert, wie Frauen in besonderem Maße von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Illustration: WHO

Frauen und Klimawandel: nicht nur Opfer

Die WHO hat eine Broschüre zum Thema „Gender, Climate Change and Health“ herausgegeben, in der herausgearbeitet wird, wie der Klimawandel sich auf Frauen und Männer auswirkt und was getan werden kann, um mit den besonders gravierenden Auswirkungen auf Frauen umzugehen. Wenn sich zum Beispiel die Lebensbedingungen von Familien aufgrund des Klimawandels drastisch verschlechtern, etwa durch die Ausbreitung von Wüstengebieten, sind es meist die Männer, die sich in den Städten eine neue Beschäftigung suchen, während die Frauen mit den Kindern zurückbleiben und den zunehmenden Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind. Andererseits leisten Frauen – häufig unbeachtet – viel dafür, mit Katastrophen fertig zu werden und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen.

Die WHO hat durch vielfältige Forschungsarbeiten, durch Workshops für mehr als 50 Länder, durch die Beratung von Gesundheitsministerien und verschiedene andere Initiativen dazu beigetragen, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit inzwischen in allen Regionen der Welt stärker bewusst sind und bei der Planung von Programmen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung berücksichtigt werden.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch auf der Fotostrecke „Gesundheit und Klimawandel“.