Weltbank

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Die 1944 gegründete Weltbank gehört zu den weltweit größten entwicklungspolitischen Akteuren und bietet als Gruppe von fünf Organisationen ein breites Spektrum von Darlehen, Zuschüssen, Beteiligungen, Investitionen und Garantien an, um wirtschaftliches Wachstum zu fördern und damit Armut zu verringern. In der Weltbank-Zentrale in Washington und in den etwa 120 Länderbüros arbeiten mehr als 12.000 Beschäftigte.

Angesichts massiver Kritik durch soziale Bewegungen und Nichtregierungsorganisationen hat sich die Weltbank in den letzten Jahren stärker mit den sozialen und ökologischen Dimensionen von Entwicklungsprozessen und der einzelnen Programme und Projekte beschäftigt. In diesem Rahmen haben auch Klimafragen einen höheren Stellenwert in den Konzepten und der konkreten Förder- und Beratungspraxis der Weltbank-Gruppe gewonnen.

Risiken vermindern und vorbeugende Maßnahmen ergreifen

Einen Schwerpunkt des Weltbank-Engagements im Klimabereich bildet die Unterstützung von Entwicklungsländern dabei, in ihrer Entwicklungsplanung und bei der Verwirklichung einzelner Entwicklungsvorhaben die Auswirkungen des Klimawandels stärker zu berücksichtigen. Es geht darum, Risiken zu vermindern und ein breites Spektrum von Maßnahmen zu ergreifen, um ein Land weniger anfällig für klimabedingte Gefahren wie lang anhaltende Dürren, Flutkatastrophen, steigende Meeresspiegel etc. zu machen. So unterstützt die Weltbank verschiedene Regierungen dabei, Strategien zum Umgang mit dem nicht mehr zu vermeidenden Klimawandel zu erarbeiten und umzusetzen.

Nach Berechnungen der Weltbank sind jährlich 70-100 Mrd. Dollar erforderlich, damit die Entwicklungsländer die erforderlichen Anpassungsmaßnahmen an den absehbaren Klimawandel verwirklichen können. Auch die finanzstarke Weltbank kann solche Summen nicht aufbringen, unterstützt aber exemplarische Vorhaben aus einem „Klima-Investitionsfonds“. Gefördert werden vor allem Maßnahmen in großen Städten, besonders gefährdete Länder sowie der Landwirtschaft.

Reisfelder im Terassenanbau, spitze grüne Berge im Hintergrund
Vietnam ist von der Weltbank als ein Land ausgewählt worden, in dem umfassende Programme zur Verminderung der Risiken durch die Folgen des Klimawandels erprobt werden. Foto: Weltbank

Vietnam gehört zu den Ländern, die besonders stark den Risiken des Klimawandels ausgesetzt sind. Deshalb unterstützt die Weltbank das Land bei der Entwicklung von politischen Konzepten zum Umgang mit dem Klimawandel und bei konkreten Vorhaben zur Risikovorbeugung und -begrenzung. So wird zum Beispiel in der Provinz Ninh Binh das örtliche Programm „Mit Fluten leben“ gefördert. Es beinhaltet ein breites, aufeinander abgestimmtes Spektrum von Einzelmaßnahmen von der Erhöhung der Deiche über den Anbau von dürre- und flutrestistenten Pflanzen bis zu einem besseren Wassermanagement. Klimathemen sollen in der Provinz stärker in eine umfassende Strategie des „grünen Wachstums“ einbezogen werden.

Den Klimawandel begrenzen

Auch wenn ein gewisses Ausmaß von Klimaveränderungen nicht mehr zu vermeiden ist, hat sich die Weltbank zum Ziel gesetzt, Entwicklungsländern dabei zu helfen, das Ausmaß dieser Veränderungen zu begrenzen. Dabei geht es vor allem darum, die CO2-Emissionen zu senken und gleichzeitig die CO2-Speicherung zum Beispiel in Wäldern zu erhöhen.

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim hat sich wiederholt dafür eingesetzt, weltweit konkrete Initiativen zu ergreifen, um bis spätestens 2100 die Treibhausemissionen der Menschheit auf Null zu vermindern. Eine Rede, die er im Dezember 2014 hielt, ist als Film verfügbar. Darin äußert der Weltbank-Präsident: „Wir wissen, dass es dann, wenn wir uns dem Klimawandel nicht entgegenstellen, keine Hoffnung gibt, Armut zu beenden oder den gemeinsamen Wohlstand zu steigern. Außerdem steht fest, dass die Kosten für das, was wir für unseren Planeten und unsere Kinder tun müssen, um so höher werden, je länger wir es hinauszögern.“

In vielen Ländern unterstützt die Weltbank die Nutzung erneuerbarer Energie und die Erhöhung der Energieeffizienz. International umstritten ist, ob der Bau großer Wasserkraftwerke, wie er von der Weltbank finanziert wird, angesichts gravierender ökologischer und sozialer Folgen weiterhin ein zentraler Bereich der Förderung erneuerbarer Energie bleiben kann. Umstritten ist ebenso die Förderung von Kohlekraftwerken, selbst wenn diese niedrigere Emissionen aufweisen als ältere Anlagen.

Um den Grad der Zerstörung von Wäldern und besonders tropischen Regenwäldern zu vermindern und Aufforstungsmaßnahmen zu fördern, hat die Weltbank 2008 die „Wald-Kohlendioxid-Partnerschafts-Fazilität“ ins Leben gerufen. Bei diesem Programm arbeitet die Weltbank eng mit dem UN-Klimasekretariat UNFCCC zusammen und fördert die praktische Umsetzung der internationalen Initiative REDD+ (Reducing Emissions from Deforestisation and Forest Degradation).

Entwicklungsländer sollen eine internationale Unterstützung dafür erhalten, dass sie Wälder erhalten und neue Waldgebiete anlegen. Die Weltbank berät und fördert verschiedene Entwicklungsländer dabei, die politischen und praktischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Projekte im Rahmen von REDD+ entwickelt und umgesetzt werden können. Dazu gehört zum Beispiel die Entwicklung von funktionierenden Mechanismen zur Berichterstattung über die Umsetzung solcher Maßnahmen. Sind alle Strukturen vor Ort arbeitsfähig, fördert die Weltbank konkrete REDD-Programme.

Dies sind nur einige Beispiele aus dem sehr breiten Spektrum von Programmen und Projekten zu Klimathemen, die von der Weltbank-Gruppe gefördert werden.

Weitere Informationen finden Sie auf dem „Climate Change“-Portal der Weltbank-Gruppe.