UNCTAD: Internationale Handelsbeziehungen unter den Bedingungen des Klimawandels

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Der Klimawandel wird die internationalen Handelsbeziehungen verändern. Es ist aber schwer einzuschätzen, wie dies konkret gestalten wird. Die „United Nations Conference on Trade and Development“ (UNCTAD) mit Sitz in Genf hat sich zum Ziel gesetzt, die zu erwartenden Veränderungen systematisch zu analysieren und dabei besonders zu berücksichtigen, wie die Entwicklungsländer davon betroffen sind. Die UNCTAD sucht nach Wegen, um die wirtschaftlich armen Länder in diesen globalen Prozessen zu stärken.

Die „Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung“ wurde1964 gegründet, um eine entwicklungsfreundliche Integration der wirtschaftlich armen Länder in die Weltwirtschaft zu fördern. In den letzten Jahren hat sich die UNCTAD intensiver mit Fragen des Beitrags des internationalen Handels zu einer nachhaltigen Entwicklung befasst und Fragen des Klimawandels zu einem thematischen Schwerpunkt gemacht.  Durch Studien, Konferenzen und die Beratung der Mitgliedsländer will die UN-Organisation dazu beitragen, dass sich Entwicklungsländer in ihrer Wirtschaft und besonders den Außenhandelsbeziehungen auf die Folgen des Klimawandels einstellen und ihre klimaschädlichen Emissionen vermindern.

So hat UNCTAD zum Beispiel bereits drei internationale Expertentreffen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Häfen im Süden der Welt durchgeführt und hierzu Arbeitspapiere erstellt. 80% aller weltweit im- und exportierten Güter werden in Häfen umgeschlagen. Zahlreiche Häfen in Entwicklungsländern befinden sich aber in flachen Flußdeltagebieten oder an anderen durch extreme Wetterereignisse und steigende Meeresspiegel gefährdeten Standorten. Unterbleiben Anpassungsmaßnahmen, drohen den Häfen und damit auch den Volkswirtschaften der Entwicklungsländer große Schäden und Verluste. Während viele Häfen in wirtschaftlich reichen Ländern hohe Summen investieren, um sich durch höhere Sturmflutmauern, neue Schleusen etc. auf den absehbaren Klimawandel vorzubereiten, fehlen in zahlreichen Entwicklungsländern nicht nur Finanzmittel, sondern auch die Expertise für solche Klimaschutzkonzepte und -maßnahmen. 

Der globale Klimawandel ist für Entwicklungsländer nicht nur mit Gefahren verbunden, sondern das Engagement für die Begrenzung des Klimawandels und Anpassungsmaßnahmen eröffnet auch die Chance, gleichzeitig etwas für das Klima und eine nachhaltige Entwicklung zu tun. Dazu gehören die umsichtige Nutzung von Investitionsmitteln im Rahmen des ‚“Clean Development Mechanism“ (CDM) des Kyoto-Protokolls, der Ausbau der erneuerbaren Energiekapazitäten und der Export von Rohstoffen für die Agrokraftstoffbranche. Für die Nutzung solcher Chancen nutzen viele Entwicklungsländer die Expertise der UNCTAD und die Möglichkeit, sich bei internationalen Konferenzen über Konzepte und Erfahrungen auszutauschen.

In den letzten Jahren hat sich die UNCTAD außerdem mit dem Zusammenhang des Aufbaus einer „grünen Wirtschaft“ und dem Kampf gegen den Klimawandel befasst. So ist zum Beispiel 2011 ein Diskussionspapier zum Thema „Some Reflections on Climate Change, Green Growth Illusions and Development Space“ (Einige Reflexionen über Klimawandel, Illusionen über das grüne Wachstum und den Raum für Entwicklung) erschienen. Der Autor warnt vor der Erwartung, Konzepte der grünen Wirtschaft würden für sich genommen einen Weg zur notwendigen Reduzierung der klimaschädlichen Emissionen eröffnen. Erforderlich sei vielmehr ein grundlegender Neuansatz von ökonomischer, kultureller, sozialer und politischer Entwicklung.

Weitere Informationen zu diesen Themen finden Sie auf der UNCTAD-Website.