UNCCD: Ein Stopp der Wüstenausbreitung nützt auch dem Klima

UNIDO-Logo

Die „Verwüstung“ großer Trockengebiete auf der Welt wird durch den globalen Klimawandel beschleunigt, und zugleich verstärkt die Zerstörung der Vegetation und der Böden der Trockengebiete den Klimawandel. Deshalb ist die Erhaltung von Trockengebieten ein wichtiger Beitrag zur Begrenzung des globalen Klimawandels und seiner Folgen. Aus dieser Überzeugung heraus engagieren sich die 193 Unterzeichnerstaaten des „Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung“ (United Nations Convention to Combat Desertification – UNCCD)  für eine stärkere Verknüpfung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Wüsten mit den Initiativen zum globalen Klimaschutz.

Das Übereinkommen zur Bekämpfung der Wüstenbildung wurde 1994 angenommen und trat 1996 in Kraft. Die nur etwa 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des UNCCD-Sekretariats in Bonn unterstützen die Vertragsstaaten bei der Umsetzung des Abkommens.

Trockengebiete als Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen

Eine Karawane macht sich auf den Weg zu einem Regenwasser-Sammelbassin am Fuße des Afkaba-Gebirges in Kenia. Foto: FAO/Giulio Napolitano
Eine Karawane macht sich auf den Weg zu einem Regenwasser-Sammelbassin am Fuße des Afkaba-Gebirges in Kenia. Foto: FAO/Giulio Napolitano

UNCCD geht davon aus, dass der globale Klimawandel eine wesentliche Ursache der Ausbreitung der Wüsten der Welt ist. Daneben gibt es weitere Ursachen wie einen nicht-nachhaltigen Ackerbau, die Übernutzung von Weideflächen und die Verwendung der verbliebenen Bäume als Feuerholz. Im Rahmen der UNCCD-Arbeit wird großes Gewicht darauf gelegt, die Trockengebiete als Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen zu erhalten und damit gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Erfolgreiche Beispiele aus einzelnen Ländern sollen international stärker bekannt gemacht und den jeweiligen Verhältnissen angepasst werden.

Schritte zur Begrenzung des Klimawandels

Es wurde inzwischen vielerorts gezeigt, dass ein natur- und klimafreundlicher Ackerbau möglich ist, u.a. durch den Verzicht auf herkömmliche Formen des Pflügens, durch eine stärkere Bodenbedeckung mit Pflanzen und durch veränderte Düngemethoden. In der Viehzucht kommt es unter anderem darauf an, die Zahl der Tiere zu begrenzen, Weideflächen nicht ständig zu nutzen und Bäume zu schonen. Durch Wiederaufforstungsprogramme kann nicht nur die Wüstenausbreitung gebremst, sondern auch CO2 gebunden werden. UNCCD arbeitet mit anderen UN-Organisationen und -programmen zusammen, um solche Konzepte in möglichst vielen Gebieten umzusetzen.

Trockengebiete als CO2-Speicher

Zwar wird in Trockengebieten weniger CO2 gespeichert als zum Beispiel in tropischen Regenwäldern, aber durch ihre Größe tragen die Trockengebiete wesentlich zur Speicherung bei. Eine Erosion der Trockengebiete hat das Potenzial, den globalen Klimawandel zu beschleunigen, während umgekehrt die Chance besteht, vermehrt CO2 im Boden und in den Pflanzen der Trockengebiete zu binden.

Diese Form der CO2-Speicherung beinhaltet keine Risiken und hat zudem positive Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und auf die Lebenssituation der Menschen in Trockengebieten. Letzteres ist um so wichtiger, als die Bewohner von Trockengebieten im Süden der Welt die niedrigsten Prokopfeinkommen und die höchste Kindersterblichkeit aufweisen. Das UNCCD-Sekretariat setzt sich deshalb dafür ein, Maßnahmen zur Erhöhung dieser CO2-Speicherung in den globalen Emissionshandel einzubeziehen und so Anreize zu schaffen, Trockengebiete zu erhalten und die gespeicherte CO2-Menge zu erhöhen.

Anpassung an den nicht mehr zu vermeidenden Klimawandel

Nach UNCCD-Auffassung müssen die Bewohner von Trockengebieten stärker dabei unterstützt werden, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, die nicht mehr zu vermeiden sind. Zwar haben traditionelle Gesellschaften vielfältige Methoden entwickelt, sich auf lange Dürrezeiten und andere Wetterextreme einzustellen, aber angesichts der dramatischen Folgen des Klimawandels reichen diese Maßnahmen nach UNCCD-Einschätzung allein nicht mehr aus.
Zu den erforderlichen zusätzlichen Maßnahmen gehören u.a. der Aufbau moderner Frühwarnsysteme, das Anlegen von Wäldern, die durch ihre Vielfalt extremen Wetterverhältnissen besser standhalten können, die Verbreiterung der Einkommensgrundlage der Familien (nicht nur Ackerbau oder Viehzucht) sowie Versicherungen von Kleinbauern- und Viehzüchterfamilien gegen die Folgen des Klimawandels.
Da die Bewohner der Trockengebiete nicht nur zu den ärmsten Teilen der Weltbevölkerung gehören, sondern auch am wenigsten zum globalen Klimawandel beigetragen haben und beitragen, darf ihnen nach UNCCD-Auffassung nicht aufgebürdet werden, die dringend gebotenen Anpassungsmaßnahmen allein zu finanzieren. Umfassende internationale Hilfe ist dringend geboten.

UNCCD hat eine Broschüre zum Thema „Land-based adaptation and resilience powered by nature” veröffentlicht, in der deutlich wird, wie die Landdegradation durch vielfältige negative Eingriffe und der globale Klimawandel sich gegenseitig verstärken und die zukünftige Nutzung vieler Landflächen auf dramatische Weise bedrohen. Es gilt daher, das Land so zu bewahren und zu pflegen, dass die Widerstandsfähigkeit gegen die Folgen des Klimawandels steigt und gleichzeitig ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird.