Privatsektor-Initiative (PSI) der Vereinten Nationen

Während des Partnertreffens wurden angeregte Diskussionen geführt
Partnertreffen im Rahmen der "Private Sector Initiative", Foto: UNFCCC.

„Mit erfolgreichen Vorzeigeberichten darüber, wie der Privatsektor sich an den Klimawandel anpassen kann, wollen wir den Gesellschaften und den Unternehmen helfen, widerstandsfähiger gegenüber Klimaveränderungen zu werden. Ebenso sollen Vorteile und der betriebswirtschaftliche Sinn der Anpassung nachdrücklich auf die Tagesordnung des Privatsektors gesetzt werden. Klimarisiken, die sich auf Gemeinschaften in aller Welt auswirken, sind immer auch Risiken für Unternehmen.“ So beschreibt Christina Figueres, die Exekutivsekretärin des UN-Klimasekretariats UNFCCC, zentrale Ziele der „Privatsektor-Initiative“ (Private Sector Initiative – PSI).

Unternehmen müssen mehr für Anpassungsmaßnahmen tun

Die „Privatsektor-Initiative“ ist Teil der internationalen Bemühungen zur Begrenzung des Klimawandels und zur Anpassung an nicht mehr zu verhindernde Auswirkungen der Klimaveränderungen im Kontext des „Rahmenabkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen“, englisch „United Nations Framework Convention on Climate Change“ (UNFCCC).

Anlass für diese Initiative ist die Erkenntnis, dass eine ganze Reihe von Unternehmen zur Begrenzung des Klimawandels beitragen, aber sich zu wenige Unternehmen systematisch auf die Folgen der Klimaveränderungen einstellen. Deshalb wird mit der „Privatsektor-Initiative“ ein internationales Unternehmens-Forum geschaffen, um Fragen der klimafreundlichen Produktion und vor allem der Anpassung an den Klimawandel zu beraten, von Beispielen zu lernen und Netzwerke aufzubauen.

 

Während des Partnertreffens wurden angeregte Diskussionen geführt
Der Film von Cafédirect, einem Partner der PSI, zeigt Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel in der Kaffeeproduktion. Klicken Sie auf das Foto, um den Film zu starten. Film: Cafédirect, youtube.com

In einer Datenbank werden gelungener Beispiele präsentiert. Ende Januar 2012 wurden bereits etwa 100 Beispiele vorgestellt, aus Deutschland u.a. von der Deutschen Post und von Siemens. Solche Beispiele zeigen, dass vorausschauende Anpassungsmaßnahmen die Grundlage für heutige und zukünftige Gewinne bilden können. Ein wirksames Risikomanagement im Blick auf die vielfältigen Gefahren durch den Klimawandel wird auch Kapitalanleger überzeugen, dass es sich lohnt, längerfristig in ein Unternehmen zu investieren.

Ein Beispiel ist das Projekt „Adaptation for Smallholders to Climate Change" (Anpassung von Kleinbauern an den Klimawandel). Die erfolgreiche Initiative startete als öffentlich-private Partnerschaft in sechs afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern und vermarktet den Kaffee und Tee von Kleinbauernfamilien, die nach klima- und umweltfreundlichen Maßstäben produzieren. Die britische Fairhandelsorganisation Cafédirect und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) haben dieses Projekt gemeinsam initiiert. 

Neue Kooperationsmöglichkeiten und neue Märkte

Die PSI eröffnet den Unternehmen auch die Möglichkeit, mit anderen Beteiligten an den internationalen UN-Klimaberatungen in Austausch zu treten, eigene Positionen einzubringen und von anderen Akteuren zu lernen. Dies gilt wiederum besonders für Diskussionen und Entscheidungen zu Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel. Die praktische Umsetzung solcher Maßnahmen eröffnet vielen Unternehmen neue Geschäftsfelder, besonders jenen Unternehmen, die innovative neue Technologien entwickeln und anbieten, die eine wirksame Anpassung ermöglichen (z.B. bei effizienten Flutschutzmaßnahmen). Nach Einschätzung des UN-Klimasekretariats entsteht auf diesem Gebiet ein wachsender Markt mit Milliardenumsätzen, den sich Unternehmen durch die Beteiligung an der PSI leichter erschließen können. Zugleich gilt es für die Unternehmen, soziales Verantwortungsbewusstsein zu zeigen und vor allem ohnehin benachteiligte gesellschaftliche Gruppen dabei zu unterstützen, mit Anpassungsprozessen an den Klimawandel fertig zu werden.

Christina Figueres ist überzeugt, dass die Unternehmen nicht neue internationale Klimavereinbarungen abwarten müssen, bevor sie die Vorteile aus Anpassungsmaßnahmen nutzen. Sie ermutigt Regierungen und Privatsektor, gemeinsam auf den Klimawandel zu reagieren. Dazu äußerte sie Ende Januar 2012: „Öffentlich-private Partnerschaft und die Zusammenarbeit mit einem breiten Spektrum von weiteren Beteiligten in der Gesellschaft wird zunehmend wichtig, um eine erfolgreiche Durchführung (von Anpassungsmaßnahmen) sicherzustellen.“