OCHA – UN-Koordinierungsbüro für humanitäre Angelegenheiten

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Etwa 70 Prozent aller Katastrophen auf der Welt werden inzwischen durch extreme Wetterereignisse verursacht. Vor zwei Jahrzehnten waren es erst 50 Prozent. Diese Erkenntnis hat das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs – OCHA) dazu veranlasst, sich intensiv mit den Auswirkungen des globalen Klimawandels auf die Häufigkeit und das Ausmaß humanitärer Notsituationen zu beschäftigen und daraus Konsequenzen für die humanitäre Arbeit zu ziehen. 

OCHA ist am Sitz der Vereinten Nationen in New York angesiedelt, unterhält weltweit mehr als 30 Büros und hat etwa 1.900 Beschäftigte. An der Spitze von OCHA steht die Nothilfekoordinatorin der Vereinten Nationen. Sie ist gleichzeitig UN-Untergeneralsekretärin für humanitäre Angelegenheiten. 

Hilfe im Katastrophenfall in Zeiten des Klimawandels

Eine zentrale Aufgabe von Büro und Nothilfekoordinatorin besteht darin, das humanitäre Engagement der Vereinten Nationen auf weltweiter Ebene und in Krisengebieten aufeinander abzustimmen. Gemeinsam gilt es, eine wirkungsvolle Hilfe für die Opfer einer zunehmenden Zahl von Flutkatastrophen, Dürren, heftigen Stürmen und anderen Extremwetterereignissen zu organisieren. Dabei arbeitet OCHA nicht nur mit anderen in der humanitären Hilfe tätigen Akteuren innerhalb des UN-Systems zusammen, sondern auch mit zahlreichen staatlichen Stellen und Nichtregierungsorganisationen. Stärker als früher werden nationale Akteure in die Hilfsprogramme einbezogen. Örtliche Kenntnisse sind in den Krisensituationen unverzichtbar, die durch die vielfältigen Folgen des globalen Klimawandels noch komplexer geworden sind. Immer wichtiger wird auch die Unterstützung von Klimaflüchtlingen.

OCHA und andere UN-Organisationen und -Programme, die auf dem Gebiet der humanitären Hilfe arbeiten, sind bemüht, sich trotz finanzieller Engpässe darauf einzustellen, dass die Zahl der Katastrophen und ihr Ausmaß weiter zunehmen werden. Ein wichtiges Ziel der Arbeit ist es, die Rechte der Betroffenen zu stärken und besonders arme und verletzliche Bevölkerungsgruppen zu unterstützen. 

Zu den weiteren OCHA-Aufgaben zählt die Advocacy- und Informationsarbeit zu humanitären Belangen. Wichtige Instrumente für diesen Teil der Arbeit sind das Internetportal reliefweb und die UN-Agentur für Berichte und Analysen zu humanitären Themen IRIN (Integrated Regional Information Networks). Zu den Initiativen von OCHA gehört auch eine Advocacy-Kampagne, die sich dafür einsetzt, dass Fragen der Vorbeugung vor Katastrophen als Folge des Klimawandels und der Verminderung der Risiken stärker in der internationalen Klimadebatte berücksichtigt werden. 

Menschen mit Helm, Handschuhen und in Gummistiefeln wühlen sich durch riesige Berge von Müll
Die Zahl der Katastrophen nimmt weltweit vor allem als Folge des Klimawandels rasch zu. Millionen Menschen stehen jedes Jahr vor den Trümmern ihrer Existenz, wie hier auf den Philippinen nach einem schweren Taifun. OCHA hat sich zum Ziel gesetzt, die lokalen Gemeinschaften besser auf Katastrophen vorzubereiten und gleichzeitig die Nothilfe wirksamer zu gestalten. Foto: OCHA


Vorbeugende Maßnahmen und die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit

Immer wichtiger in der OCHA-Arbeit sind in den letzten Jahren Maßnahmen für die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit lokaler Gemeinschaften gegenüber drohenden Katastrophen sowie der Katastrophenschutz geworden. Es muss alles getan werden, um die Risiken zu vermindern, die von Extremwetterereignissen ausgehen können. Finanzmittel können viel wirkungsvoller in vorbeugende Maßnahmen investiert werden als in eine reaktive Hilfe, nachdem die Katastrophen geschehen sind. Großes Gewicht legt OCHA hierbei auf die Einbeziehung der lokalen Gemeinschaften in alle Planungen und Umsetzungsmaßnahmen. Dabei sollen vor allem die am stärksten marginalisierten und bedrohten Gruppen der Bevölkerung intensiv beteiligt werden, und es muss sichergestellt werden, dass ihr Schutz bei allen Maßnahmen im Vordergrund steht. 

Das Engagement für den weltweiten Klimaschutz

OCHA betont, dass der Klimawandel umfassende Antworten erfordert. Dazu gehören vielfältige Maßnahmen zur Beschränkung des globalen Temperaturanstiegs. Mit dieser Botschaft setzen sich das UN-Koordinierungsbüro und seine Leiterin bei den UN-Klimaverhandlungen dafür ein, die globale Erwärmung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen, weil ein stärkerer Klimaanstieg besonders in Entwicklungsländern so katastrophale Folgen haben würde, dass jede Katastrophenhilfe überfordert wäre. 

2012 hat OCHA gemeinsam mit IRIN eine Broschüre zum Thema „Living with Climate Change“ (Leben mit dem Klimawandel) veröffentlicht, in der Konzepte und praktische Beispiele für die Anpassung an den Klimawandel dargestellt werden. Die Broschüre kann auf der IRIN-Website (pdf-Datei, 7 MB) heruntergeladen werden.

Über die Herausforderungen des humanitären Handelns durch den Klimawandel informiert das Papier „Climate Change and Humanitarian Action: Key Emerging Trends and Challenges“ (pdf-Datei, 1,7 MB), das auf der OCHA-Website verfügbar ist.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie beim DGVN-Themenschwerpunkt „Humanitäre Hilfe“.