ILO: Internationale Arbeitsorganisation

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„In diesem Jahrhundert steht die internationale Gemeinschaft vor zwei großen Herausforderungen: Die erste ist, weltweit für angemessene Beschäftigung und ausreichende Löhne zu sorgen, die den Menschen ein Entkommen aus der Armut ermöglichen. Die zweite Herausforderung besteht darin, dem Klimawandel und der Bedrohung natürlicher Lebensgrundlagen für heutige und zukünftige Generationen zu begegnen.

Die Politik der ILO basiert auf der Überzeugung, dass diese zwei globalen Herausforderungen aufs Engste miteinander verknüpft sind und nur gemeinsam angegangen werden können.“ So begründete die Internationale Arbeitsorganisation in einem Newsletter vom Mai 2012 ihr Engagement für Arbeitsrechte und verknüpft damit den Schutz von Klima und Umwelt.

Die Internationale Arbeitsorganisation ILO wird gemeinsam und gleichberechtigt von Gewerkschaften, Arbeitgeberorganisationen und Regierungen in aller Welt getragen. Diese dreigliedrige Struktur gehört zu den Spezifika dieser Organisation, die bereits 1919 gegründet wurde und seit 1946 eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen ist. Die ILO setzt sich seit ihrer Gründung für soziale Gerechtigkeit und die Durchsetzung der international anerkannten Menschenrechte und besonders der Arbeitsrechte ein. Es wurden Arbeits- und Sozialnormen erarbeitet, die möglichst in allen Ländern durchgesetzt werden sollen.

Umwelt- und Arbeitsfragen gemeinsam lösen

Es qualmt mächtig aus einem großen Schornstein.
Noch ist vielerorts der Weg zu einer umweltfreundlichen Wirtschaft mit grünen Jobs weit wie im Falle dieser Fabrik in Brasilien. Foto: J. Maillard/ILO

Bereits seit der UN-Umweltkonferenz in Stockholm im Jahre 1972 beschäftigt sich die ILO kontinuierlich mit Umweltthemen. Ein Ausgangspunkt war die Frage, wie sich Umweltschäden und -gefahren auf die Arbeitswelt auswirken. Daraus erwuchs das Ziel, Arbeitsbedingungen zu schaffen, bei denen die Beschäftigten keinen schädlichen Umweltbelastungen ausgesetzt sind. Zu dieser Thematik bietet die ILO seither regelmäßig Fortbildungsseminare an.

Bei einem gemeinsamen Fachseminar mit dem UN-Umweltprogramm UNEP im Jahre 1980 für Gewerkschaften wurde die Sorge über die steigende klimaschädliche Belastung der Atmosphäre und der steigenden Durchschnittstemperaturen auf der Erde zum Ausdruck gebracht. Damit begann eine intensivere Beschäftigung mit Klimafragen innerhalb der ILO. Gleichzeitig wurde bei der Tagung der Zusammenhang von Umwelt- und Armutsproblemen in Entwicklungsländern herausgestellt, ein Thema, das die ILO inzwischen intensiv beraten und analysiert hat.

Die ILO hat bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 ihre Positionen zu Umwelt- und Klimathemen eingebracht und erreicht, dass Fragen der Arbeitswelt in die Beschlüsse der Konferenz aufgenommen wurden.

Drei Frauen stehen auf dem gemauerten Rand eines großen Brunnens
Zum Übergang zu einer grünen Wirtschaft und der Sicherung von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft gehört der Bau von Wasserreservoirs wie hier in Ruanda. Foto: M. Crozet/ILO

Auch bei weiteren internationalen Konferenzen zu Umwelt- und Klimafragen engagierte die ILO sich dafür, dass Themen der Arbeitswelt in die Diskussion einbezogen wurden. Dies gilt in den letzten Jahren auch für die jährlichen UN-Klimakonferenzen. Außerdem wurde die Zusammenarbeit mit UNEP vertieft.

Das Engagement für grüne Jobs

2007 startete die ILO gemeinsam mit anderen internationalen Organisationen die „Green Jobs Initiative“, aus der das „Green Job Programme“ entstand, über das im Kasten „Grüne Jobs für das Klima“ weitere Informationen zu finden sind. Besonders die Gewerkschaften setzen sich in der ILO dafür ein, dass beim Übergang zu einer grünen Wirtschaft eine „Just Transition“ erreicht wird, dass also Strukturveränderungen gerecht gestaltet werden. Dies gilt zum Beispiel beim Abbau von Arbeitsplätzen durch die Verminderung von Kohleabbau und -verstromung.

Ebenso sollen die neu entstehenden grünen Jobs angemessene Arbeitsbedingungen und Entlohnung bieten. Wichtig ist der ILO in diesem Zusammenhang auch, das Engagement in Klima- und Genderfragen miteinander zu verbinden (siehe den Informationstext „Green jobs: Improving the climate for gender equality too!“.

Die ILO hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, die Entstehung von nachhaltig arbeitenden kleinen und mittelgroßen Unternehmen zu fördern, verbunden mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Dass in der ILO Unternehmen, Gewerkschaften und Regierungen zusammenwirken, bietet besonders gute Perspektiven für solche Initiativen. Die ILO berät und fördert weltweit sowie regional den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung solcher kleinen Unternehmen und ebenso anderer Initiativen für eine grüne Wirtschaft und grüne Arbeitsplätze.

Eine „grüne“ Umgestaltung nationaler Volkswirtschaften ermöglicht es, viele neue Arbeitsplätze zu schaffen und andere zu qualifizieren, zum Beispiel beim Übergang zu Ökolandwirtschaftsbetrieben. In dem Engagement für Klimaschutz, soziale Mindeststandards und die Schaffung grüner Jobs besteht innerhalb der ILO-Mitgliedschaft ein Grundkonsens.