IFAD - Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung

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Der „International Fund for Agricultural Development“ – IFAD  entstand 1977 als Teil des UN-Systems, um die Finanzierung von landwirtschaftlichen Entwicklungsprojekten zu ermöglichen, wobei der Schwerpunkt auf der Förderung der Produktion von Nahrungsmitteln liegt.

Es geht IFAD darum, die arme ländliche Bevölkerung dabei zu unterstützen, ihre Ernährungssicherheit zu verbessern, ihre Einkommen zu steigern und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Missernten, Naturkatastrophen etc. zu erhöhen. IFAD hat seinen Sitz in Rom und arbeitet dort eng mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO  und dem Welternährungsprogramm WFP zusammen.

Im Mittelpunkt stehen die Kleinbauernfamilien

In den einzelnen Entwicklungsländern stellt IFAD zinsgünstige Kredite und nicht rückzahlbare Zuschüsse für die Regierungen bereit und begleitet die Umsetzung von Programmen und Projekten einer nachhaltigen Landwirtschaft. Seit einigen Jahren haben bei diesen Vorhaben die Fragen des Klimawandels eine zunehmende Bedeutung gewonnen, weil deutlich geworden ist, dass die weltweit 500 Millionen Kleinbauernfamilien besonders stark von Extremwetterereignissen und anderen klimabedingten Problemen betroffen sind. Das liegt u.a. daran, dass sie häufig in risikoreiche Gebiete wie an Berghänge oder in flache Küstenregionen verdrängt worden sind, wo sich Erdrutsche, Flutwellen etc. besonders verheerend auswirken.

Viele Maßnahmen, die von IFAD zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen die Folgen des Klimawandels gefördert werden, verbessern zugleich die wirtschaftliche Situation der Kleinbauernfamilien. So erhöhen nachhaltige Formen des Ackerbaus nicht nur die Widerstandsfähigkeit gegen Dürren oder Fluten, sondern auch die jährlichen Ernteerträge.

Traditionelles Wissen zu Wetter und Klima nutzen

Großen Wert legt IFAD auf die Berücksichtigung traditionellen Wissens über Wetter- und Klimaänderungen sowie Anpassungsmaßnahmen. So ist zum Beispiel systematisch untersucht worden, wie das Hirtenvolk der Massai in Tansania am Verhalten von Tieren und Veränderungen von Pflanzen erkennt, wann Niederschläge und andere Wetterveränderungen zu erwarten sind.

Eine Ziegenhirtin gestikuliert vor den Kameras.
Traditionelles Wissen und moderne wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologie werden miteinander verbunden, um es zum Beispiel Viehzüchtern zu erleichtern, mit langen Dürreperioden umzugehen. Foto: IFAD/Ludwig

Ebenso wird stärker als früher beachtet, wie nomadisierende Viehzüchter sich auf zurückgehende natürliche Ressourcen und veränderte Klimabedingungen einstellen. Dieses Wissen wird nun in die Erarbeitung von Entwicklungsprogrammen zur Anpassung an den Klimawandel einbezogen.

Weniger klimaschädliche Emissionen

IFAD sieht es auch als eine seiner Aufgaben an, den Umfang der klimaschädlichen Emissionen der Landwirtschaft zu vermindern. Dies geschieht zum Beispiel durch die Förderung kleiner Biogasanlagen in China.

In verschiedenen Ländern werden Wiederaufforstungsprogramme unterstützt, wobei sich vor allem Vorhaben der Agroforstwirtschaft bewährt haben, bei denen die gezielte Pflanzung bestimmter Baumarten die Getreide- und Gemüseerträge der Felder erhöht.

Weitere Informationen zum IFAD-Engagement in Klimafragen enthält das Papier „Climate-smart smallhold agriculture: What’s different?“, das als pdf-Datei heruntergeladen werden kann.

Während der UN-Klimakonferenz 2014 in Lima/Peru hat IFAD den Bericht „The Smallholder Advantage – A new way to put climate finance to work” (Der Vorteil von Kleinbauernfamilien – ein neuer Weg, um eine Klimafinanzierung wirksam zu gestalten) veröffentlicht. Anhand von 12 Fallbeispielen wird dargestellt, wie Investitionen in die Produktivität und Nachhaltigkeit kleinbäuerlicher Betriebe auf wirksame und kostengünstige Weise zu Klimaschutz und Erhaltung von Ökosystemen beitragen können. Die Veröffentlichung kann als pdf-Datei heruntergeladen werden.