FAO: Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

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Unter den mehr als 800 Millionen Menschen auf der Welt, die unter Hunger leiden, sind viele Angehörige von Kleinbauernfamilien. Ihre Felder sind zu klein, die Bewässerung der Pflanzen ist unzureichend und die Anbaumethoden nicht optimal.

Die „Food and Agricultural Organization of the United Nations“ (FAO)  strebt deshalb nicht nur eine globale und nationale Steigerung von Ernteerträgen an, sondern es muss auch gelingen, die wirtschaftliche Situation der Kleinbauernfamilien grundlegend zu verbessern. Dafür ist in vielen Ländern eine Landreform unverzichtbar. Ebenso wird von der FAO eine Umstellung auf eine nachhaltige Landwirtschaft gefördert, u.a. mit Programmen zur Erhöhung der Bodenqualität, des Anbaus von Bioprodukten, der Einsparung von knappen Wasserressourcen und der verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung.

Nachhaltige Landwirtschaft: umweltschonend und widerstandsfähig gegenüber dem Klimawandel und dazu sehr produktiv

Eine ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft erweist sich nach Erkenntnissen der FAO auch widerstandsfähiger als die konventionelle Landwirtschaft gegenüber den nicht mehr zu vermeidenden Folgen des Klimawandels. Die von Biobauern häufig angebauten traditionellen Pflanzensorten trotzen Wetterextremen wie langen Dürren oder Überflutungen besser als auf Höchstleistungen gezüchtete Sorten, die ohne eine optimale Versorgung mit Wasser und Dünger rasch eingehen.

Die FAO fördert die Verbreitung und den Anbau von Pflanzen mit hoher Widerstandskraft, die gleichzeitig hohe Ernteerträge ermöglichen. Auf diese Weise soll es möglich werden, die prognostizierten etwa neun Milliarden Menschen auf der Erde im Jahre 2050 trotz der Folgen des globalen Klimawandels angemessen zu ernähren. Hierfür sind nach Einschätzung der FAO-Fachleute sowohl eine intensive Wissensvermittlung an Kleinbauern als auch hohe Investitionen erforderlich.

Zu den Initiativen der FAO zur Verbesserung der Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft an die Folgen des Klimawandels gehören unter anderem Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der klimaresistenten Landwirtschaft, die Förderung von über 50 globalen, regionalen, nationalen und lokalen Projekten zur Erprobung nachhaltiger Konzepte sowie der internationale Erfahrungsaustausch (siehe Arbeitspapier „Climate-Smart Agriculture“). In knapper Form stellt ein FAO-Film das Konzept der klima-smarten Landwirtschaft vor. Die Erfolge auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Landwirtschaft werden in der Broschüre „FAO Success Stories on Climate-Smart Agriulture“ vorgestellt. 

Diese Initiativen werden in dem „FAO Rahmenprogramm für die Anpassung an den Klimawandel“ gebündelt, abgekürzt „FAO-Adapt“.

Klimaschädliche Emissionen lassen sich drastisch reduzieren

Eine nachhaltige Landwirtschaft hat auch den Vorteil, dass deutlich weniger klimaschädliche Emissionen entstehen als in der konventionellen Landwirtschaft. Um diese Prozesse zu fördern, hat die FAO im Jahre 2010 das „Micca-Programm“ (Mitigation of Climate Change in Agriculture) ins Leben gerufen.

Ein Reisfeld aus der Hocke gesehen, im Hintergrund Bauern bei der Arbeit
Die FAO entwickelt Konzepte, um die Methanemissionen beim Reisanbau zu vermindern. Foto: F. Mattioli/FAO

Ein Beispiel, wie komplex Konzepte für eine klimafreundliche Landwirtschaft sein müssen, ist der Reisanbau. Weltweit wird auf etwa 144 Millionen ha Reis angebaut, zu 80 Prozent als Nassreisanbau, und die Methanemissionen dieser Felder tragen substanziell zum Klimawandel bei. Ein Großteil der Emissionen entsteht in den Monaten, in denen die Felder vollständig mit Wasser bedeckt sind. Die FAO fördert nun Anbaumethoden, die unter anderem aufgrund veränderter Bewässerungskonzepte und verstärkter Mikrobentätigkeit im Boden zu niedrigeren Emissionen führen. Parallel dazu werden die Bauenfamilien ermutigt und dabei unterstützt, anstelle von Reismonokulturen ein breiteres Spektrum von Getreide, Gemüse etc. anzubauen.

Es ist der FAO und den vielen Partnerorganisationen und -forschungseinrichtungen in den letzten Jahren gelungen, überzeugende Konzepte für eine klimafreundliche, nachhaltige und zugleich produktive Landwirtschaft zu entwickeln und in Projekten praktisch umzusetzen. Die entscheidende Frage für die nächsten Jahre wird sein, ob es gelingt, den Übergang von exemplarischen Projekten zu einer flächendeckenden Umstellungen der Landwirtschaft zu schaffen. Nur dann wächst die Widerstandskraft dieses Sektors gegenüber den Folgen des Klimawandels, und gleichzeitig werden substanzielle Mengen klimaschädlicher Emissionen reduziert.

Damit trägt die Landwirtschaft dann wie von der FAO erhofft zum weltweiten Übergang zu eine „grünen Wirtschaft“ bei (vgl. Broschüre „Greening the Economy with Climate-Smart Agriculture“).

Die FAO-Initiativen und Publikationen zu Landwirtschaft und Klimawandel sind auf der Seite „Climate Change“ des Portals der Organisation gebündelt.